Die Pandemie und ihre Folgen

Corona im MK: Flugbuchungen in die Türkei eingebrochen

Das Reisegeschäft ist eingebrochen. Die Pandemie sorgt bei Murat Er seit mehr als einem Jahr für große Einbußen.
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Das Reisegeschäft ist eingebrochen. Die Pandemie sorgt bei Murat Er seit mehr als einem Jahr für große Einbußen.

Aus Murat Reisen wurde inzwischen die Er Group GmbH. Die Meinerzhagener Firma ist auch umgezogen und jetzt ein paar Häuser weiter, an der Hauptstraße 31, zu finden. Doch das Haupt-Betätigungsfeld ist dasselbe wie immer: Reisen. Und damit hat der Türkei-Spezialist weiterhin ein großes Problem: Corona.

Meinerzhagen – Dabei hat der Inhaber Murat Er seinen Humor nicht verloren: „Flüge verkaufen, das geht auch aus dem Homeoffice.“ Und tatsächlich sind Flugreisen noch immer gefragt, wenn auch lange nicht mehr in dem Maße, wie vor der Pandemie. Murat Er: „Früher hatte ich etwa 300 Kunden pro Monat. Jetzt sind es noch zwischen 30 und 50. Darunter sind kaum Deutsche, meist sind es Türken, die fliegen wollen.“ Dabei gehe es oft auch nicht um den klassischen Urlaub, sondern um Besuche bei Verwandten. Doch auch Touristen würden weiter zu ihm kommen, allerdings nur wenige, sagt der Volmestädter. „Vor Antritt des Fluges ist ein PCR-Test nötig. Fällt der negativ aus, kann die Reise angetreten werden“, erläutert der Meinerzhagener Reise-Experte.

Durchhalten ist angesagt

In der Türkei würden die Menschen dann allerdings traumhafte Bedingungen erwarten, sagt Murat Er: „Ausgangssperren beispielsweise gelten zwar für Einheimische, nicht aber für Touristen. „Ich selbst habe einen deutschen Pass und war in letzter Zeit drei Mal in der Türkei. Da ist man fast allein am Strand.“

Weil ein Großteil des Reise-Geschäftes weggebrochen ist, bezeichnet Murat Er die weltweite Krise auch für ihn als „durchaus existenzbedrohend“. Allerdings denkt er konkret noch nicht ans Aufgeben: „Wir halten durch“, lautet Ers Devise. Dabei kann sich der heimische Geschäftsmann auch auf andere Säulen stützen: „Ich betreibe zusätzlich einen Geldtransfer- und Paketservice. Das hilft.“

Busse im Linienverkehr

Und der Meinerzhagener hat noch weitere Eisen im Feuer, die seinen Unterhalt sichern: „Drei Busse von mir fahren in Siegen im Linienverkehr. Das läuft zurzeit ganz gut.“ Doch auch im Bus-Geschäft kann Murat Er nicht alle Ressourcen nutzen, die ihm zur Verfügung stehen: „Meine beiden Reisebusse stehen im Moment still. Da geht gar nichts“, sagt er.

Reisen gehören auch an heimischen Schule zum Standardprogramm. Eigentlich. Welcher Erwachsene erinnert sich nicht noch gern an Klassenfahrten während seiner Schulzeit zurück? Was oft vergessen wird: Neben allen Einschränkungen, mit denen Schüler leben müssen, fallen auch diese Reisen weg. Schon im vergangenen Jahr ging wegen der Pandemie nichts, dasselbe zeichnet sich auch für 2021 ab. Christiane Dickhut, Leiterin der Sekundarschule, rechnet auch nicht damit, dass in diesem Jahr in Sachen Klassenfahrten noch etwas geht: „Wenn, dann höchstens Tagesausflüge, beispielsweise zur Phänomenta nach Lüdenscheid oder in ein Freilichtmuseum – aber auch nur, wenn das wieder erlaubt ist und die Infektionszahlen das hergeben.“

Klassenfahrten fehlen

Normalerweise wären die Siebtklässler der Sekundarschule momentan unterwegs. Die „Zehner“ würden sich auf die Tour zum Gardasee freuen, die Jüngeren auf den Urlaub irgendwo „in der Nähe“. Jetzt heißt es für alle: verzichten. „Das alles ist traurig, denn Klassenfahrten schweißen zusammen. Da können die Schüler die Lehrer auch einmal von einer anderen Seite kennenlernen“, weiß die Rektorin. „Alle zehren auch im Nachhinein noch von diesen Erlebnissen. Aber wir dürfen gar nicht buchen. Und das würden wir derzeit auch nicht tun, denn unter Umständen würden wir beziehungsweise die Eltern dann auch auf den Kosten sitzen bleiben“, bleibt Christiane Dickhut pessimistisch und vorsichtig. Doch wenn Reisen wieder erlaubt ist, kann es in der Schule am Rothenstein auch gleich losgehen: „Die Lehrer jedenfalls stehen in den Startlöchern“, berichtet Christiane Dickhut.

Wandern als Alternative

Wenig Hoffnung auf die Möglichkeit, Klassenfahrten durchzuführen, hat auch Sven Dombrowski, Leiter des Evangelischen Gymnasiums Meinerzhagen: „In diesem Schuljahr geht da definitiv nichts mehr. In der dritten Woche des neuen Schuljahres war eigentlich eine Klassenfahrt geplant, aber es gibt einen aktuellen Beschluss der Schulkonferenz, dass wir auch diese Fahrt verschieben können.“

Ob Wangerooge oder IJsselmeer – beides potenzielle Ziel der Gymnasiasten –, kaum vorstellbar für den Schulleiter, dass in diesem Jahr in Sachen Reisen noch etwas möglich ist. Die Hoffnung stirbt allerdings zuletzt. „Das alles gleicht einem Blick in die Glaskugel. Vielleicht können wir wenigsten gemeinsam Wandern oder ähnlich Aktivitäten unternehmen“, hofft Sven Dombrowski.

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