Unwetter zieht über Meinerzhagen

MEINERZHAGEN ▪ „Uns hat es wirklich erwischt. In einem Gebiet etwa ab Autobahn bis in die Innenstadt hat das Unwetter voll zugeschlagen“, zog der stellvertretende Leiter der Meinerzhagener Feuerwehr, Ulrich Blumenrath, am Donnerstag um 15.30 Uhr Bilanz.

Zu diesem Zeitpunkt war der „Spuk“ vorüber, das große Aufräumen in vollem Gange.

Vor der größten Herausforderung stand die Feuerwehr bei einem Einsatz in Werkshagen. Der Sturm und die Wassermassen hatten Bäume entwurzelt, welche auf drei Autos stürzten, die mit vier Personen besetzt waren. Das Problem: Der Unglücksort war schwer zu erreichen, da auf der Straße von Wiebelsaat über Lengelscheid viele umgestützte Bäume die Fahrbahn blockierten. Gemeinsam mit den Feuerwehr-Kollegen aus Lüdenscheid, die sich dem Unfallort über Homert näherten, gelang es schließlich, zu den Verletzten vorzustoßen und sie mit Rettungswagen abzutransportieren.

Verletzte und Sturmschäden zu beklagen:

Verletzte und Sturmschäden zu beklagen

Auch im Bereich Stadthalle verwandelte sich die Volme in einen reißenden Fluss. Während die Probleme beispielsweise im tief gelegenen Awo-Treff überschaubar waren, erwischte es den nahen Hit-Markt voll. Der Supermarkt musste wegen des eindringenden Wassers zeitweise geschlossen werden. „Die Ablaufrohre waren irgendwann dicht, die Tiefgarage ein großer See. Und schließlich lief es auch durch die Haupttüren ins Innere“, berichtete die Marktleitung. Größere Schäden an den Waren richteten die Fluten aber nicht an.

Umgestürzte gelbe Mülltonnen im Gebiet Mühlenbergstraße/Birkeshöh verursachten zusätzliche Probleme, der Müll verstopfte die Abläufe.

Unwetter verursacht erhebliche Schäden in Kierspe:

Unwetter verursacht erhebliche Schäden in Kierspe

Doch das war nur eine „Baustelle“. Auch um umgekippte Bäume und voll gelaufene Keller mussten sich die Wehrmänner kümmern, die vom Rathaus aus koordiniert wurden, wo die Wehrleitung ihre Zentrale eingerichtete hatte.

31 Einsätze registrierte die Meinerzhagener Feuerwehr bis 15.30 Uhr, als sich die Lage langsam wieder beruhigte. „Wir hatten 14 Fahrzeuge und etwa 50 Mann im Einsatz“, bilanzierte Blumenrath am Nachmittag. Ein Blick auf die Einsatzlage zeigte dabei ein echtes Phänomen: Die Meinerzhagener Außenbezirke hatte das Unwetter kaum getroffen. „In Haustadt herrschte zum Beispiel eitel Sonnenschein“, berichtete Blumenrath. ▪ beil

Rubriklistenbild: © Haase

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