Unterwegs auf der Eisenstraße

Das Müsener Revier im Kreis Siegen-Wittgenstein, eine der ältesten Eisen- und Stahlregionen Mitteleuropas, ist die erste Station der Tagesreise auf der Eisenstraße.

MEINERZHAGEN ▪ Was haben die Südwestfalen, also die Märker, Kurkölner und die Siegerländer, gemeinsam? Nicht nur die verschiedenen Mundarten und die unterschiedliche historische Entwicklung, sondern auch die hüglige Landschaft, das rohstoffreiche Gebirge, die wilden Wälder und der ergiebige Regen.

Ein weiteres verbindendes Element ist die frühe florierende wirtschaftliche Entwicklung in der Metallerzeugung und -weiterverarbeitung, die schon seit dem Mittelalter innerhalb der Region arbeitsteilig ausgestaltet wurde. Spuren dieser gemeinsamen Wirtschaftsgeschichte hat die „Südwestfälische Eisenstraße“ hinterlassen, ihr widmet sich KuK Tours mit der nächsten Museumsfahrt. Am Sonntag, 12. September, dem Tag des offenen Denkmals, führt die Tagestour zu mehreren Stationen dieser Handelsstraße.

Die Eisenstraße verband das Märkische Sauerland, den Kreis Olpe und das Siegerland schon vor mehr als 500 Jahren und kann durchaus als frühe Vorläuferin der B 54, der Ruhr-Sieg-Eisenbahnstrecke und der berühmten Sauerlandlinie A 45 betrachtet werden. Was im Mittelalter begann, sich vor knapp 200 Jahren wieder dem Ende neigte und mittlerweile aus dem allgemeinen Bewusstsein verschwunden ist, das möchten Kommunen, Vereine und Heimatpfleger jetzt wieder sichtbar und erlebbar machen. Die Südwestfälische Eisenstraße ist ein Teil des Regionale-Projektes „WasserEisenLand – Industriekultur in Südwestfalen“ und verspricht in Zukunft noch sehr viel Arbeit in den Bereichen Grundlagenforschung und kulturtouristischer Aufbereitung.

Die Busreise ist ein gemeinsames Projekt der Kulturregion Südwestfalen und KuK-Tours, sie geht zuerst zum Müsener Revier, einer der ältesten Eisen- und Stahlregionen Mitteleuropas. Für die Besucher heißt es dann erst einmal „ab unter Tage“, tief in den Stahlberger Erbstollen (Hilchenbach) hinein, wo bis vor etwa 80 Jahren das Eisenerz abgebaut wurde. Die Siegerländer Erze sind auf der Eisenstraße ins Märkische Sauerland transportiert worden, die Fuhrleute mussten dabei die nassauische-kurkölnische Grenze, das so genannte „Kölsche Heck“, passieren. An der Schanzenanlage „Dicker Schlag Hohenhain“ bei Freudenberg erhalten die Teilnehmer einen prägenden Einblick sowohl in die Grenzsituation aber auch in den regen Verkehrsfluss der damaligen Zeit. Von dem extensiven Handelsverkehr auf der Eisenstraße zeugt eindrucksvoll der alte Schlüsenpfad in Drolshagen. Hier sind unter fachkundiger Führung von Hans-Ludwig Knau, die tiefen Spuren zu bestaunen, die Fuhrmänner im Laufe der Jahrhunderte hinterlassen haben.

Treffpunkt für die Busfahrt von KuK-Tours am Sonntag, 12. September, ist um 9 Uhr an der Stadthalle. Es ist ein Stopp in einer Gaststätte mit Möglichkeit zum Mittagessen eingeplant, die Rückkehr ist für circa 18 Uhr vorgesehen. Karten für Busfahrt, Eintritte, Führungen,Vorführungen und Besichtigungen kosten 27 Euro. Anmeldungen nimmt ab sofort Bärbel Schlicht im KuK-Büro unter Tel. (0 23 54) 91 12 26 entgegen.

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