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Unterricht ohne Maske? Unklug!

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Von: Jürgen Beil, Simone Benninghaus

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Ab Dienstag dürfen Schüler ihre Masken im Unterricht absetzen.
Ab Dienstag dürfen Schüler ihre Masken am Sitzplatz absetzen. © Matthias Balk

Unterricht fast wie „früher“: In den Schulen fällt die Maskenpflicht am Sitzplatz für alle Jahrgänge ab dem 2. November weg. Das hat die nordrhein-westfälische Landesregierung am Donnerstag entschieden. An den Schulen gebe es keinen übermäßigen Anstieg des Infektionsgeschehens. Gleichzeitig würden die Impfquoten weiter ansteigen, begründete Ministerin Yvonne Gebauer diesen Schritt. Was halten Schulleitungen in Meinerzhagen von diesem Schritt?

Evangelisches Gymnasium

Meinerzhagen - Schulleiter Sven Dombrowski nahm die Neuigkeit mit gemischten Gefühlen auf: „Angesichts der steigenden Infektionszahlen hätte man damit vielleicht jetzt auch noch drei oder vier Monate warten können“, findet er und fügt hinzu: „Es wird sicherlich bei dem ein oder anderen ein individuelles Unsicherheitsgefühl geben.“ Andererseits sei man am Gymnasium in der glücklichen Lage, in dieser Woche keinen einzigen positiven Test melden zu müssen. Sven Dombrowski ist allerdings auch weit davon entfernt, nun in Panik zu verfallen: „Man muss die Kirche im Dorf lassen. Schließlich darf die Maske nur am Sitzplatz abgelegt werden. Wir werden die Regelung nun so umsetzen, wie sie ist, das müssen wir auch. Ich bin gespannt, wie die Schülerinnen und Schüler reagieren werden. Ich könnte mir vorstellen, dass einige freiwillig weiter eine Maske am Sitzplatz tragen.“

Sekundarschule

„Ich bin nicht besonders begeistert“, fällt die Reaktion von Christiane Dickhut ähnlich aus. „Die Infektionszahlen explodieren gerade wieder und es ist nicht absehbar, wie das noch weiter gehen wird“, begründet sie. An ihrer Schule seien viele Schüler noch nicht geimpft und hätten das Virus auch noch nicht gehabt, gelten daher auch nicht als genesen. Es bestehe daher eine große Gefahr, dass sich Schüler infizieren – „auch wegen der Delta-Variante“, so die Einschätzung der Schulleiterin. Sie habe Sorge, dass sich das Coronavirus aufgrund der neuen Regelung und des Wegfalls der Maskenpflicht am Sitzplatz rasant verbreiten und weiter getragen werden könnte: „Ich kann nicht in die Glaskugel schauen, aber ich befürchte, dass die Infektionszahlen in den Schulen dadurch rasant ansteigen könnten.“ Auf der anderen Seite verstehe sie, dass ein Mund-Nase-Schutz allgemein nicht gerne getragen werde, doch immerhin gehe es um die Gesundheit, „und zwar um die Gesundheit aller.“ Zudem bestehe in der Schule durchaus die Möglichkeit, die Masken abzunehmen, beispielsweise in den Pausen auf dem Schulhof: „Es gibt auch maskenfreie Zeiten“, berichtet die Schulleiterin. Zudem gehöre das Tragen einer Schutzmaske im Schulgebäude und im Unterricht mittlerweile zum Schulalltag: „Für die Schüler ist das Tragen eine Selbstverständlichkeit.“

Grundschule Am Kohlberg

Auch Sibylle Eich, Leiterin der Grundschule Am Kohlberg, kann sich mit der neuen Regelung zumindest zum jetzigen Zeitpunkt nicht anfreunden, zumal sie und ihre Kolleginnen junge Schülerinnen und Schüler unterrichten, die noch nicht geimpft werden dürfen. „So lange die Infektionszahlen steigen – und das tun sie im Moment – halte ich es für unklug, die Maskenpflicht am Sitzplatz abzuschaffen“, hat sie eine klare Meinung. Zwei Mal pro Woche werden die Kinder am Kohlberg getestet, das gibt immerhin etwas Sicherheit. In dieser Woche, so Sibylle Eich, seien auch alle Tests negativ gewesen. Und dennoch: „Es wäre dann besser gewesen, die Maskenpflicht am Platz nicht gleich im ganzen Land abzuschaffen, sondern nur dort, wo die Infektionszahlen niedrig sind“, findet die Schulleiterin. Ob die Kinder freiwillig weiter Masken aufsetzen werden, weiß sie nicht. „Es gibt aber genug Eltern, die dagegen sind“, hat sie festgestellt.

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