Meinerzhagener Unternehmen GWK stellt 5-Jahres-Plan vor

Mitten in der Pandemie: Unternehmen im MK stellt sich neu auf

Die Firma GWK in Meinerzhagen: Mit neuer Philosophie soll das Unternehmen fit für die Zukunft gemacht werden.
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Die Firma GWK in Meinerzhagen: Mit neuer Philosophie soll das Unternehmen fit für die Zukunft gemacht werden.

Einer der größten Arbeitgeber Meinerzhagens stellt sich neu auf: Die „Gesellschaft Wärme Kältetechnik“, kurz GWK, will sich mit neuen Zielen fit für die Zukunft machen. Ausgerechnet in einer Phase, die so herausfordernd ist, wie keine zuvor.

Doch die Corona-Krise sehen die Geschäftsführer Michael Zaun und Nico Küls nicht als Hemmnis, sondern als Chance. Und eine große Sorge, die bei solchen Neuausrichtungen schnell aufkommt, wollen sie sofort nehmen: Effizienz soll nicht durch Stellenabbau erreicht werden.

„Nach den fünf Jahren, die wir uns nun als Zeitrahmen für das Projekt gesetzt haben, wollen wir nicht weniger, sondern mehr Mitarbeiter haben“, betont Nico Küls, der sich die Geschäftsführung mit Dr. Michael Zaun teilt und im Schwerpunkt für die Bereiche Vertrieb und Marketing verantwortlich zeichnet. 432 Mitarbeiter beschäftigt der Temperiertechnik-Spezialist mit Sitz im Gewerbegebiet Scherl derzeit.

Bislang gut durch die Krise

Auch GWK habe sich in diesem Jahr von einigen, wenigen Mitarbeitern trennen müssen, wie Zaun, Geschäftsführer Technik und Produktion, einräumt. Von „einer Handvoll“ ist die Rede. In jedem einzelnen Fall sei eine Trennung nie leicht, aber die Zahl zeigt auch: GWK scheint besser durch die Corona-Krise zu steuern als manch anderes Unternehmen. Das zeige sich auch am Umsatz, der den des Vorjahres – so viel stehe bereits jetzt fest – übersteige. Das sei angesichts eines Einbruchs 2019 zwar zu erhoffen, aber wegen der Pandemie keineswegs zu erwarten gewesen, betont Nico Küls.

Warum also trotz der erfolgreichen Trendwende also ein Neuanfang wagen? Gerade jetzt? „Gerade jetzt, in der Krise, können wir schauen, wie wir Ressourcen besser einsetzen können“, erklärt Michael Zaun. Er spricht von einem „riesigen Bauchladen“, den GWK vor sich hergetragen hat, der nun aber durch die Konzentration auf besondere Themenfelder schrittweise verkleinert werden soll. „Wir wollten den Kunden alles bieten, haben sowohl projektbezogen gearbeitet als auch den normalen Verkauf aus der Serienproduktion im Blick gehabt. Der Kunde will auch weiterhin beides haben. Aber wir müssen schauen, wo wir individuelle Lösungen eventuell nicht mehr anbieten können, um uns auf die Stärken zu konzentrieren“, so Zaun.

Nach den fünf Jahren, die wir uns nun als Zeitrahmen für das Projekt gesetzt haben, wollen wir nicht weniger, sondern mehr Mitarbeiter haben.

Nico Küls, GWK-Geschäftsführer Vertrieb und Marketing

Das bedeutet konkret: Kräfte in kommende „Stars“ der GWK-Produkte wie modulare Temperiergeräte oder Kühlanlagen investieren, andere Produkte dafür weiter im Angebot, aber nicht unbedingt im Fokus der Entwicklung zu haben. Damit dürften sich bei einigen Mitarbeitern auch die Arbeitsfelder verschieben. Kein leichtes Unterfangen, wie Küls und Zaun einräumen. „Wir wollen die Mitarbeiter aber durch möglichst transparente Prozesse mitnehmen, setzen auch auf Workshops mit Multiplikatoreneffekt“, sagt Michael Zaun.

Neue Philosophie soll Mitarbeiter begleiten

Und beide Geschäftsführer wollen realistisch genug sein, um mögliche Probleme sofort zu identifizieren. „Natürlich halten wir unseren Fünf-Jahres-Plan derzeit für gut durchdacht, aber wir haben auch ein regelmäßiges Audit mit eingeplant, in dem wir schauen, was richtig und was falsch war oder was verbessert werden kann.“ Einher geht die Neuausrichtung bei GWK, deren Planung mithilfe eines externen Unternehmensberaters erfolge, auch mit einer neuen Philosophie, die jedem Mitarbeiter sogar auf seinem Arbeitsplatz per Aufsteller präsentiert wird. Aus dem langjährigen Selbstverständnis als „Familienunternehmen“ wurde eine Kultur, die „auf respektvoller Partnerschaft und Offenheit“ basiert.

Aus dem Anspruch, technologieführend zu sein und damit stets neueste Entwicklungen bereitstellen zu können, wurde die Herausforderung, weiterhin ein „führender, kreativer Technologie-Partner“ zu sein. Und auch eine „Mission“ soll die GWK-ler antreiben: die Kunden dabei zu unterstützen, erfolgreich am Markt zu sein. Ob das bis 2025 – trotz Corona – gelingt? „Wir haben uns keine unrealistischen Ziele gesetzt. Deshalb wollen wir die Chance nutzen.“ Und das am Ende im besten Fall mit mehr und nicht mit weniger Mitarbeitern als im Jahr 2020.

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