245 Flüchtlinge – Hilfe der MBG ist hochwillkommen

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Seit Ende vergangener Woche ist die Gymnastikhalle an der Genkeler Straße mit 20 Flüchtlingen belegt. Mehr Menschen können auch hier nicht untergebracht werden.

Meinerzhagen - Die Grenze von 200 Personen ist inzwischen überschritten. Sozialamtsleiterin Silvia Markus berichtete am Mittwoch von aktuell 245 Flüchtlingen, die in Meinerzhagen untergebracht sind. Das stellt die Stadt vor eine große Herausforderung – die nicht zuletzt dank eines Partners bisher bewältigt werden konnte: Die Meinerzhagener Baugesellschaft (MBG) stellt Wohnraum für die Hilfesuchenden zur Verfügung.

Oliver Drenkard ist Chef der MBG und er zieht bislang ein positives Fazit: „Wir haben aktuell 16 Wohnungen für die Aufnahme von Flüchtlingen bereitgestellt. Insgesamt 99 Personen sind darin untergebracht – sie belegen die Räume mit zwei bis sechs Menschen.“ Eine Ausnahme bildet das Haus Schlenker Straße 22, das die Stadt seit 1998 von der MBG angemietet hat. In den zwei Stockwerken plus Dachgeschoss leben laut Drenkard zurzeit 17 Flüchtlinge. Bei der Unterbringung achten der Geschäftsführer der Baugesellschaft und seine Mitarbeiter sehr darauf, die Flüchtlinge in Immobilien einzuquartieren, die über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind. „So wollen wir vermeiden, dass es zu einer Art Gettobildung kommt.“

Die Zusammenarbeit mit der Stadt bezeichnet Drenkard als ausgezeichnet. Und Vorurteile in der „angestammten“ Mieterschaft der MBG gebe es hinsichtlich der Flüchtlinge kaum. „Dass das so reibungslos funktioniert, hätten wir von vornherein eigentlich nicht gedacht“, freut sich der MBG-Chef über das Zusammenleben, das seiner Erfahrung nach in Meinerzhagen gut funktioniert.

Und auch die Flüchtlinge selbst bereiten keine Probleme. „Nicht mehr jedenfalls, als bei anderen Mietern auch auftreten“, berichtet der Geschäftsführer. Ein Grund ist für ihn auch das große ehrenamtliche Engagement in der Stadt. „Flüchtlinge bekommen Hilfestellung aus der Bevölkerung und vom Arbeitskreis. Das ist wirklich vorbildlich.“

Sorgen, dass bei der Flüchtlingsunterbringung in der Volmestadt langsam die Grenzen erreicht, wenn nicht überschritten sind, sind dennoch nicht von der Hand zu weisen. Denn auch Drenkard mahnt: „Unsere Kapazitäten in dieser Hinsicht sind so gut wie erschöpft. Es gibt kaum noch leer stehende Wohnungen in unserem Bestand von insgesamt 1400 Wohneinheiten in rund 280 Häusern, die sich für Flüchtlinge eignen.“

Diese Tatsache dürfte auch Silvia Markus Sorgen bereiten. Sie berichtete am Mittwoch, dass allein in dieser Woche wieder 20 neue Flüchtlinge nach Meinerzhagen kommen werden und teilweise schon angekommen sind. Allein am Donnerstag sind zwölf angekündigt, letzte Woche waren es 17. „Für den August bedeutet das, dass in 13 Tagen 37 Flüchtlinge angekommen sind.“

Bereits am Freitag vergangener Woche hat die Stadt übrigens damit begonnen, die kleine Gymnastikhalle im Hauptschul-Komplex – über der Kleinschwimmhalle – mit Flüchtlingen zu belegen. 20 Menschen sind inzwischen hier untergebracht. „Damit ist auch dort die Kapazität ausgeschöpft, ebenso wie an der Immecker Straße, wo in der renovierten Unterkunft 40 Personen leben. Mehr geht auch dort nicht“, erläutert Silvia Markus.

Probleme gibt es in diesem Zusammenhang laut der Sozialamtsleiterin auch mit der Informationspolitik seitens des Landes: „Die Ankündigung, dass 20 Menschen zu uns kommen werden, ist bei uns am Montag um 15.30 Uhr angekommen. Da bleibt nur wenig Vorbereitungszeit.“

Kamen lange wenig Familien und viele junge Männer nach Meinerzhagen, scheint sich diese Tendenz nicht fortzusetzen. Silvia Markus trifft momentan jedenfalls Vorbereitungen, um eine Mutter mit Kind beziehungsweise eine syrische Familie mit vier Kindern unterzubringen.

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