Schürfelde: Awo reagiert auf Vorwürfe

Der Standort des heilpädagogischen Kindergartens Schürfelde wird aufgegeben – das Angebot soll jedoch erhalten bleiben.

Meinerzhagen - Nach der Berichterstattung in unserer Printausgabe zur Zukunft des heilpädagogischen Kindergartens Schürfelde hat sich nun die Geschäftsführerin des zuständigen Unterbezirks Hagen-Märkischer Kreis der Arbeiterwohlfahrt zu Wort gemeldet.

In einer Stellungnahme betont Birgit Buchholz, dass der Unterbezirk stolz auf die Arbeit des Kindergartens und den Standort sei. „Die Awo unterstützt die gesellschaftlichen Bemühungen um eine integrative Erziehung und Bildung aller Kinder ausdrücklich. Wir sehen aber, dass es nach wie vor Kinder geben wird, die eine besondere Förderung benötigen“, so die Geschäftsführerin.

Größere sonderpädagogische Kindergärten wie in Schürfelde werde es in Zukunft nicht mehr geben. Stattdessen würden heilpädagogische Gruppen mit Gruppen aus Regel-Kitas zu kombinierten Einrichtungen zusammengeführt. „Diesen Weg halten wir für zukunftsfähig und entsprechen den Bedürfnissen der Kinder und Eltern“, heißt es in der Stellungnahme.

„Es geht nicht darum, dass wir den traditionellen Standort Schürfelde aufgeben wollen“, so Buchholz weiter. Aus konzeptionellen Gründen sehe man sich jedoch dazu gezwungen, „um die sehr gute pädagogische Arbeit erhalten zu können“. Die Awo bemühe sich intensiv um die bestehende Einrichtung, die man aber im Sinne einer Zukunftsfähigkeit dezentral aufstellen müsse. Sprich: die Gruppen sollen – wie berichtet – in kombinierten Einrichtungen in verschiedenen Kommunen aufgeteilt werden. „Dieses Unterfangen ist sehr anspruchsvoll und wir benötigen dazu die Unterstützung vieler“, betont Birgit Buchholz, die darüber hinaus indirekt Aussagen des Pressesprechers des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) kritisiert: „Die Planungen laufen in enger Abstimmung mit den betreffenden Jugendämtern und dem Landesjugendamt/LWL. Der Pressesprecher des LWL mag über unsere Planungen nicht informiert sein – die zuständigen Stellen sehr wohl.“

Bereits seit 2009 habe die Awo im Märkischen Kreis zwei von drei heilpädagogischen Kindergärten in additive oder kombinierte Einrichtungen umorganisiert. Seit dieser Zeit liefen auch die Überlegungen für Schürfelde in alle Richtungen. Erst im vergangenen Jahr hätten sich jedoch Möglichkeiten hinsichtlich der Schaffung neuer additiver/kombinierter Einrichtungen an anderen Plätzen ergeben.

Hinsichtlich der Kommunikation mit den Eltern sagte Buchholz: „Mit der Information der Eltern waren wir notgedrungen zurückhaltend, um die Eltern nicht zu verunsichern.“ Sobald die Beschlüsse in den Städten vorliegen, würden alle Eltern umfassend über Details informiert. Die Geschäftsführerin des Unterbezirks verteidigt die Teamumstellungen außerdem als „wichtige Weichenstellung für die Zukunft, vor allem aus fachlicher und qualitativer Sicht“. Diese sei von fast allen Mitarbeitern begrüßt oder zumindest als notwendig nachvollzogen worden. „Die neuen Zusammenstellungen von Gruppen und Mitarbeiterteams können nicht erst in dem Moment erfolgen, in dem eine örtliche Verlagerung durchgeführt wird. Sowohl den Kindern als auch den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen muss die Möglichkeit gegeben werden, sich schon frühzeitig an die Veränderungen zu gewöhnen.“ Die zu kurzfristige Einbeziehung der Eltern sei aber tatsächlich nicht glücklich gewesen. „Wir haben die Eltern sehr eindrücklich um Nachsicht gebeten“, so Buchholz abschließend.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare