Corona-Pandemie

Hoffnung auf Tests und Impfung

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Viele Monate müssen Mitarbeiter und Bewohner des Langemann-Hauses schon mit Corona leben. Einrichtungsleiterin Ingrid Papst (Mitte) und Sozialdienstleiterin Martina Hüttebräucker (links) hoffen auf die Entwicklung eines Impfstoffs.

Meinerzhagen – „Ab Mitte Oktober sollen Antigen-Schnelltests in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern eingesetzt werden.“ Das verkündete Gesundheitsminister Jens Spahn kürzlich in der Bundespressekonferenz. „Damit wollen wir diejenigen schützen, die das größte Risiko haben“, heißt es weiter.

Ob sich dieser Wunsch allerdings landesweit und quasi sofort in die Tat umsetzen lässt, ist mehr als fraglich. Die APD – Ambulante Pflegedienste Meinerzhagen – betreibt an der Genkeler Straße das Quartier der Generationen. Dort gibt es unter anderem drei Demenz-Wohngemeinschaften.

Claudius Hasenau ist Geschäftsführer der Einrichtung. Er begrüßt die Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in Sachen Schnelltests: „In unseren drei Wohngemeinschaften ,Leben in Meinerzhagen’ begleiten wir 24 Mieterinnen und Mieter, die alle zur Hochrisikogruppe gehören. Bisher hat unser Hygienekonzept hervorragend funktioniert, es gab keinen einzigen Corona-Fall. Trotzdem würden kostenlose Schnelltests in den WGs zusätzliche Sicherheit bedeuten – für unsere Mieterinnen und Mieter, ihre Angehörigen und die Mitarbeiter. Deshalb stehen wir vollumfänglich hinter dem Vorschlag.“ Derzeit, so Hasenau weiter, sei man in der Klärung, wo entsprechendes Testmaterial zu finden sei und wie die genauen Abläufe seien. „Damit wir – wie von Jens Spahn vorgesehen – Mitte Oktober starten können. Grundsätzlich heißt das: Wir wollen, aber wir wissen noch nicht wie“, erläutert Hasenau weiter. 

Seit Monaten Kampf gegen das Virus

Janina Bialon, die Qualitäts- und Hygienebeauftragte für das Gesamtunternehmen APD, zu dem insgesamt 18 Wohngemeinschaften gehören, wird diese Fragen laut Claudius Hasenau zeitnah klären. „Wir wissen allerdings auch noch nicht, ob sich der Vorschlag von Spahn ausdrücklich auch auf ambulant begleitete Wohngemeinschaften bezieht. Wir würden uns sehr freuen, wenn ja.“ 

Ob der Schnelltest-Einsatz auch für das Wilhelm-Langemann-Haus praktikabel sein wird, weiß Einrichtungsleiterin Ingrid Papst zurzeit noch nicht. „Es gibt bisher noch keine näheren Bestimmungen, wo und wie diese Tests eingesetzt werden könnten“, sagt sie. Papst und ihre Mitarbeiterinnen tun seit Monaten allerdings alles, um Infektionen in ihrem beruflichen Umfeld auszuschließen. Und das mit Erfolg: Noch ist in dem Haus an der Mühlenbergstraße kein einziger positiver Test vorgekommen. Und Kontrollen spielen dort bereits jetzt eine wichtige Rolle: Jeder Bewohner, der neu einzieht oder aus dem Krankenhaus zurückkehrt, muss einen negativen Befund vorweisen. Eine bislang offensichtlich wirksame Vorsichtsmaßnahme.

Zwei Schreckmomente

Zweimal während der Pandemie hielten die Mitarbeiter des Langemann-Hauses allerdings den Atem an: „Krankenhaus-Rückkehrer wurden negativ getestet, kehrten dann zurück. Erst danach bekamen wir Anrufe, dass möglicherweise jeweils ein Kontakt zu einem Infizierten bestanden haben könnte. Es folgten neue Tests – die fielen negativ aus“, erinnert sich Ingrid Papst. 

Die Angst vor einer Infektion im Haus ist in der Corona-Krise jedenfalls ständiger Begleiter bei der täglichen Arbeit. Niemand ist vor dem Virus wirklich sicher – und was in der kalten Jahreszeit auf Senioreneinrichtungen zukommen wird, weiß keiner. Immerhin gibt es jetzt eine Routine, auch im Umgang mit Besuchern. Aufklärungsgespräche, Registrierung und die Hinweise auf unbedingte Beachtung der Hygieneregeln bedeuten nach wie vor mehr Arbeit für das Personal, diese Maßnahmen bringen aber auch ein Plus an Sicherheit. Und Vorsicht lohnt sich, denn niemand möchte mehr einen totalen Lockdown riskieren, bei dem die Senioren wieder lange Zeit ohne Besuch auskommen müssten. Wirkliche Entspannung würde nach Ingrid Papsts Ansicht letztlich aber nur eines bringen: „Ein wirksamer Impfstoff.“

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