Unfallzahlen steigen durch den langen Winter bedingt

Autofahrer müssen sich auf den heimischen Straßen weiterhin auf regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen durch die Polizei einstellen. Auf der Landstraße 539 zeigt die verschärfte Kontrolltätigkeit bereits deutliche Wirkung. ▪ Archivfoto: Schüller

MEINERZHAGEN/KIERSPE ▪ „Die intensive Geschwindigkeitsüberwachung entlang der Landstraße 539 hat dazu geführt, dass es dort seit Jahren keinen tödlichen Unfall mehr gab!“ Diese Überzeugung vertritt Polizeihauptkommissar Michael Stumpe als Leiter der Polizeiwache Meinerzhagen.

Im Rahmen der turnusmäßigen Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik kündigte er aus diesem Grund auch die Fortführung dieser präventiven Maßnahme an. Autofahrer sollten allerdings auch außerhalb dieses nach einer beklagenswerten Häufung von Unfällen mit Toten und Verletzten ausgemachten Unfallschwerpunktes auf der L 539 zwischen Meinerzhagen und Attendorn auf die Einhaltung der vorgeschriebenen Tempolimits achten. Die Überwachung von Geschwindigkeit und Gurtanschnallpflicht werden auch in 2011 Schwerpunkte für die Arbeit der heimischen Polizei sein. Verstärkt werden die Beamten dabei punktuell durch Kräfte der Bereitschaftspolizei

Innerhalb der Polizeiinspektion Süd mit Sitz in Lüdenscheid, zu deren Zuständigkeitsbereich auch Meinerzhagen und Kierspe gehören, hat die Zahl der Verunglückten im Straßenverkehr auch 2010 weiter abgenommen. Dies wird auch auf die Maßnahmen im Rahmen der beiden Netzwerke Kradfahrer und Geschwindigkeitsüberwachung zurückgeführt. Die Belastung bei Unfällen mit Personenschaden liegt hier inzwischen deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Kennzahl dafür ist die Zahl der Unfälle auf 100 000 Einwohner. Diese liegt in der PI Süd bei 259, in NRW bei 324.

Für den Bereich der beiden Städte Meinerzhagen und Kierspe zeigt die Unfallstatistik für 2010 die folgende Entwicklung (in Klammern jeweils die Zahl des Vorjahres):

Gesamtzahl der Unfälle: Insgesamt war eine deutliche Steigerung zu verzeichnen, was aber vor allem auf die Zunahme von Bagatellunfällen zurückzuführen ist. Dazu beigetragen hat nach Einschätzung der Polizeiführung dabei der strenge Winter in den Monaten Januar bis März und Dezember 2010. In Meinerzhagen gab es 757 Unfälle (2009 = 603), in Kierspe 488 (417).

• Unfallfluchten: In Meinerzhagen 152 (105), in Kierspe 86 (57). Die Aufklärungsquote liegt bei rund 50 Prozent, bei Unfällen mit Personenschäden bei etwa 70 Prozent und ist damit schlechter als im Landesschnitt mit hier 86,05 Prozent.

Unfälle unter Alkohol-/Drogeneinfluss: Hier ist bei geringen Zahlen insgesamt eine Steigerung in Meinerzhagen zu verzeichnen: von 4 auf 8 Unfälle. In Kierspe ist die Zahl von 3 auf 2 gesunken.

Unfälle mit leicht- und schwerverletzten Personen: Der positive Trend aus den letzten Jahren hat sich auf niedrigem Niveau gehalten. In Meinerzhagen 49 Unfälle (49) mit 64 (59) Verletzten, in Kierspe 36 (42) mit 50 (52) Verletzten.

• Tödlich verunglückte Personen: In Meinerzhagen gab es, wie auch im Vorjahr, einen Unfall mit einer getöteten Person. Es handelte sich dabei um den Alleinunfall eines Kradfahrers an der Gemeindegrenze zu Herscheid. In Kierspe gab es, wie schon 2009, keinen tödlichen Verkehrsunfall.

• Unfälle mit Kindern: In Meinerzhagen wurden 6 Kinder (Vorjahr 7) leicht verletzt, davon vier als aktive Verkehrsteilnehmer. In Kierspe wurden 3 (2) Kinder verletzt. Alle drei waren aktiv im Verkehr Beteiligte. Diese Zahlen liegen deutlich unter dem Landesschnitt.

Risikogruppe junge Erwachsene: In Meinerzhagen 2 (5) Schwer- und 13 (8) Leichtverletzte, in Kierspe 3 (6) Schwer- und 11 (4) Leichtverletzte. Diese Zahlen liegen insgesamt ebenfalls deutlich unter dem Vergleichswert für NRW.

• Kradunfälle: Ebenso wie im Vorjahr gab es 9 Kradunfälle, das deutlich unter dem langjährigen Mittelwert von 22 liegt.

Ursachen: Geschwindigkeit, Abbiegen und Vorfahrt sowie Fahren unter Alkoholeinfluss oder Drogen sind nach wie vor die Hauptunfallursachen. ▪ -fe

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare