Fehler beim Abbiegen und Wenden häufig Ursache

Michael Stumpe, Leiter der Polizeiwache Meinerzhagen, will den Fokus verstärkt auf Ampel- und Vorfahrtdelikte legen.

VOLMETAL -  Das Abbiegen und Wenden, aber auch Vorfahrtsregeln stellen die Autofahrer in Meinerzhagen und Kierspe offenbar vor besonders große Probleme – diesen Schluss lässt zumindest ein Blick auf die lokale Unfallbilanz für das Jahr 2013 zu, die am Montag in der Lüdenscheider Polizeiwache vorgestellt wurde.

Von Frank Zacharias

Insgesamt 181 Verkehrsunfälle haben sich demnach in Kierspe und Meinerzhagen ereignet – so genannte Bagatellunfälle nicht eingerechnet. Gleich 53 Unfälle, also fast 30 Prozent davon, sind auf nicht korrektes Abbiegen und Wenden zurückzuführen, 38-mal waren Vorfahrtsdelikte die Ursache für einen Unfall. Werte, die den Meinerzhagens Wachleiter Michael Stumpe offenbar zum Handeln zwingen: „Wir hatten zuletzt verstärkt auf Geschwindigkeitsvergehen und die Gurtpflicht geachtet. Künftig werden wir stärker Rotlichtfahrer im Blick haben und die Einhaltung der Vorfahrtsregeln beachten“, sagte Stumpe gestern am Rande der Bilanzvorstellung in der Kreisstadt.

Und so ging auch ein Unfall auf der L 539 auf ein Vorfahrtsvergehen zurück: Im Juni verstarb ein älterer Autofahrer, der offenbar die Vorfahrt missachtet hatte. Er war einer von zwei Menschen, die im vergangenen Jahr im Gebiet der Meinerzhagener Wache auf den Straßen ums Leben kamen. Im August starb außerdem ein junger Mann aus Kierspe, der auf der K3 bei Mühlen-Schmidthausen verunglückte. Hier war überhöhte Geschwindigkeit vermutet worden – in der Liste der Unfallursachen nimmt sie Position zwei ein (45 Fälle). Dass die Gesamtzahl der Unfälle in Kierspe und Meinerzhagen von 1073 auf 1086 (+1,21 Prozent) leicht stieg, lag nicht zuletzt an der Zahl der „sonstigen Sachschadensunfälle“ ohne Verletzte, die sich um 3 Prozent auf 719 erhöhte. Weitestgehend stabil blieben hingegen die Zahlen der Verkehrsunfälle mit Schwerverletzten (24), mit Leichtverletzten (85) und der schwereren Sachschadensunfälle (40). Alkohol spielte in Kierspe und Meinerzhagen in vier Fällen eine Rolle – im Vorjahr waren es noch sechs.

Einen positiven Trend vermeldete Michael Stumpe auch bei den Verkehrsunfällen mit Kindern, von denen in Meinerzhagen nur vier verletzt wurden. Fünfmal verunglückten in Meinerzhagen Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren, junge Erwachsene (18 bis 24 Jahre) sind 13 Mal bei Unfällen verletzt worden, Senioren (ab 65 Jahren) – zuzüglich des genannten Todesfalles auf der L 539 – zweimal.

Wenngleich es im Bereich der Aggerkurven infolge diverser Maßnahmen ruhiger geworden ist, so spielen Kradfahrer in der Bilanz immer noch eine besondere Rolle. Jens Naumann von der Führungsstelle der Direktion Verkehr sprach in diesem Zusammenhang auch von den Problemkindern: 15 Motorradfahrer verunglückten im vergangenen Jahr auf Meinerzhagener, drei auf Kiersper Gebiet (+20 Prozent). Wobei die Zahl der Schwerverletzten von fünf (2012) auf acht stieg. Neun Kradfahrer verletzten sich bei Unfällen leicht.

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