Sekundenschlaf auf der A 45 kostet Hagener 1500 Euro

Das Gericht war sicher: Unfallursache war Sekundenschlaf. - Foto: dpa

Meinerzhagen - Für ein paar Sekunden fielen einem Autofahrer auf der A 45 Höhe an der Ausfahrt Meinerzhagen vor Müdigkeit die Augen zu. Kurz darauf kam es abseits der Fahrbahn zu einem Unfall. Jetzt musste sich der Fahrer wegen fahrlässiger Straßenverkehrsgefährdung vor dem Amtsgericht Meinerzhagen verantworten. Das Urteil: 1500 Euro Geldstrafe.

Am 25. Mai befuhr der 61-jährige Angeklagte mit einem Leihwagen die A 45 in Richtung Dortmund. Während eines Sekundenschlafs, so die Überzeugung des Gerichts, verlor der Fahrer die Kontrolle über seinen Wagen. Zunächst geriet er auf den Seitenstreifen, dann auf ein angrenzendes Schotterfeld. Dort kollidierte das Fahrzeug mit einem Hinweisschild, das abbrach und in der Böschung landete. Der Schaden belief sich auf etwa 1400 Euro. Der Wagen drehte sich und kam schließlich entgegen der Fahrtrichtung auf dem Seitenstreifen zum Stehen.

Dass er geschlafen hatte, wollte der angeklagte Hagener vor Gericht nicht einräumen, sprach von Gedächtnislücken. Er habe den Tempomat eingeschaltet und das Radio eingestellt. Danach könne er sich erst wieder daran erinnern, dass der Untergrund plötzlich holperig war, Schmutz gegen seine Scheibe prasselte und er sich auf zwei Stangen zubewegte: „Dann gingen die Airbags auf.“ Nachdem er zum Stehen gekommen war, sei er ausgestiegen und habe die Polizei gerufen.

Einer der Polizisten gab jetzt im Zeugenstand an, dass es weder auf der Fahrbahn, noch auf dem Seitenstreifen Blockier-, Drift- oder Schleuderspuren gegeben habe. Noch am Unfallort habe der Angeklagte ihm gegenüber erklärt, dass er eingeschlafen sei. Der Hagener gab zu, sich so geäußert zu haben, dass er aber wirklich geschlafen habe, sei falsch: „Ich habe das nur so gesagt.“ Er sei seit 20 Jahren unfallfrei unterwegs, nie hinterm Steuer eingeschlafen.

Ein weiterer Zeuge, der am Tattag hinter dem Angeklagten gefahren war, berichtet dem Gericht von einer auffälligen Fahrweise des 61-Jährigen. Dieser sei kontinuierlich immer weiter nach rechts abgedriftet und über den Standstreifen hinaus gefahren.

„Das war reines Glück, dass es ein Alleinunfall war“, richtete der Vorsitzende das Wort an den Angeklagten. Der akzeptierte die Entscheidung des Gerichts schließlich und ließ damit das Urteil auch sofort rechtskräftig werden.

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