Unfallchirurgie hat mit Dr. Kondoch eine Zukunft

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Zwei Fachleute im Gespräch: Dr. Jörg Wieder (links) übergibt seine Praxis zum 1. April Dr. Andreas Kondoch, bleibt der Unfallchirurgie an der Mühlenbergstraße aber zumindest zeitweise erhalten.

Meinerzhagen - Wenn am 1. April an der Mühlenbergstraße eine Schlüsselübergabe stattfindet, kann zweifellos vom Ende einer Ära gesprochen werden: Nach 32 Jahren verschwindet der Name Wieder von der Hinweistafel der Chirurgiepraxis im Gebäude mit der Hausnummer 13. Zu einem weiteren Facharztmangel wird es aber nicht kommen: Dr. Jörg Wieder hat einen Nachfolger gefunden und jetzt vorgestellt.

Von Frank Zacharias

„Es wäre schließlich ein Drama, wenn solch ein Standort nicht erhalten bliebe“, sagt Wieder und ist entsprechend erleichtert, die Türen zur Praxis an der Mühlenbergstraße Ende des Monats nicht endgültig abschließen zu müssen. Die Zukunft der Unfallchirurgie in Meinerzhagen hat einen Namen: Dr. Andreas Kondoch.

Der 55-Jährige freut sich auf die Herausforderung, eine Praxis mit großem Einzugsbereich bis nach Halver und ins Oberbergische übernehmen zu können. Dabei blickt er auf einen Erfahrungsschatz zurück, der jedem Patienten zugute kommen soll. Zunächst als Facharzt für Chirurgie in Duisburg angestellt, wechselte er an die Unfallklinik in Ludwigshafen, wo er sich zum Unfallchirurgen ausbilden ließ. Seit 2006 war Kondoch im Klinikum Lüdenscheid tätig, wo er den zweiten Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie machte und als leitender Oberarzt wirkte. Nur: Zufriedenstellen konnte ihn die Tätigkeit in Lüdenscheid-Hellersen in jüngster Zeit nicht mehr, wie er sagt.

„Ich schätze es, künftig in einer Praxis wie dieser Medizin aus einer Hand anbieten zu können“, sagt Kondoch, der bereits als Vertretungsarzt für Jörg Wieder tätig war und daher für manchen Meinerzhagener Patienten kein Unbekannter sein dürfte. Der Klinik-Alltag habe sich in den vergangenen Jahren zu einem rein wirtschaftlichen Arbeitsumfeld entwickelt, das den Mediziner vor allem als Leistungserbringer fordere – weniger als Arzt. Und so setzt Dr. Andreas Kondoch zum einen auf den engen Kontakt zum Patienten, zum anderen aber auch auf den Ausbau der Praxis zu einem chirurgischen Standort mit zahlreichen Möglichkeiten. „Den operativen Teil der Arbeit in der Praxis möchte ich forcieren“, sagt der 55-Jährige, der das Leistungsspektrum etwa um Eingriffe bei Gelenken oder Frakturen ausweiten will. Zudem setzt Kondoch auf eine stärkere Vernetzung der Fachärzte untereinander. „Es geht darum, für die Patienten das Beste zu erreichen. Wenn ich einen Befund habe, mit dem der Patient bei einem Kollegen besser aufgehoben ist, kann ich ihn gerne dorthin verweisen. Das gelingt durch eine noch engere Kooperation mit niedergelassenen Kollegen in der Region“, erklärt Dr. Andreas Kondoch.

Für seinen Vorgänger wiederum brechen nun ruhigere, aber nicht ganz medizinfreie Zeiten an: Dr. Jörg Wieder wird seinem Nachfolger von Zeit zu Zeit helfen, sei es zu Stoßzeiten oder als Vertretungsarzt. Generell heißt es für den 68-Jährigen nun aber, kürzer zu treten: „Ich will nun meiner Familie mehr Zeit widmen, insbesondere meiner Frau, die mir immer den Rücken freigehalten hat“, sagt Dr. Jörg Wieder. Schließlich sei es in den vergangenen 32 Jahren mitunter turbulent zugegangen. „Als noch bis in die 1990er Jahre die Skifahrer aus dem Ruhrgebiet kamen, kamen wir mit dem Gipsen nicht nach“, erinnert sich Wieder, der außerdem „einem hochmotivierten Team“ für die gute Zusammenarbeit der vergangenen Jahre dankt. Umso mehr freut er sich, dass Dr. Andreas Kondoch auf Kontinuität setzt und auch weiterhin auf die insgesamt sieben angestellten Mitarbeiterinnen in der Praxis setzt.

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