Nach Trockenheit und Borkenkäfer-Plage viele Transporte

Sicherheitsprobleme durch beschädigte Container: Holztransporte unter Beobachtung

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In Übersee-Containern wird das Holz häufig zu den Häfen gefahren, um Zeit fürs Umladen zu sparen.

Meinerzhagen/Märkischer Kreis - Trockenheit und die Borkenkäfer-Plage haben im Kreis deutliche Spuren hinterlassen. Ganze Wälder mussten auch auf Meinerzhagener Gebiet abgeholzt und die Stämme nach Asien verschifft werden. Um Zeit zu sparen, wird das Holz in Übersee-Containern zu den Häfen gebracht. Bei diesen Transporten gibt es Sicherheitsprobleme. Neue Gutachten zeigen nun Überraschendes.

In Meinerzhagen und Umgebung werden seit Monaten große Mengen an Holz wegen Borkenkäfer-Befalls aus den Wäldern geholt, zum Beispiel aus dem Forstbezirk Beckerhof. Durch den trockenen und warmen Sommer hatte der Käfer in diesem Jahr leichtes Spiel – konnte viel Schaden anrichten. Im Märkischen Kreis mussten 2019 etwa 500.000 Bäume gefällt werden, sagt Forstamtsleiter Jörn Hevendehl. Diese Summe entspricht einer Fläche von 2250 Hektar – so groß wie 3150 normale Fußballfelder. 

Hevendehl klagt, dass dem Forstamt massiv Personal fehle, um dem Borkenkäfer und diesen Mengen Holz Herr zu werden. Das Problem: Es gibt viel Holz, das schnell aus den Wäldern geholt werden muss. Um einen Arbeitsschritt zu sparen, werden die Stämme direkt an den großen Lagerplätzen in der Region in Überseecontainer verladen und abtransportiert. So müssen sie am Hafen nicht mehr umgeladen werden. 

Beschädigte Container ein großes Problem

In Hessen gab es bei diesen Transporten im Oktober immer wieder Probleme, auf die auch die Polizei im Märkischen Kreis ein Auge hat: Lastwagen wurden von der Polizei gestoppt, weil die Container beschädigt waren. „Teilweise waren sie so stark verformt, dass sie gar nicht mehr aufgingen“, sagt Marcel Dilling, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis. 

In der Folge wurden mehrere Gutachten in Auftrag gegeben, um festzustellen, ob eine mangelhafte Ladungssicherung schuld war und wie künftig mit diesem Problem umzugehen ist. Deren Ergebnisse liegen nun vor. „Wie sich gezeigt hat, ist in der Regel nicht der eigentliche Holztransport die Ursache für die Beanstandungen, sondern beispielsweise alte Beschädigungen oder Verbeulungen der Containerwände aus vorheriger Nutzung“, erklärt Malte Wetzel, Sprecher des Landesumweltministeriums. 

Ein nicht gerade zimperlicher Umgang mit den Containern

Dilling bestätigt: „In den Häfen wird beim Verladen nicht unbedingt zimperlich mit den Containern umgegangen. Da können solche Beulen schnell entstehen.“ Vor diesem Hintergrund sehen weder Polizei und Bundesamt für Güterverkehr, noch das Landesumweltministerium einen Anlass, diese sogenannten Rundholztransporte in Standard-Containern in Nordrhein-Westfalen generell zu untersagen. 

Mit dem Holztransport im Märkischen Kreis habe es bisher keine Probleme gegeben, sagt Dilling. „Weder im südlichen noch im nördlichen Teil sind bisher schwarze Schafe aufgefallen.“ Auch dem Bundesamt für Güterverkehr (BAG) sind keine Fälle bekannt. 

Recht neue Diskussion, Unklarheit bei der Polizei

Weil die Diskussion recht neu ist, herrschte für die Polizisten zunächst Unklarheit. Die Frage, wann die Ladung ausreichend gesichert ist, stand bis vor wenigen Tagen im Raum. Deshalb mussten die Beamten nach ihrer Berufserfahrung urteilen, während sie auf die Ergebnisse eines Gutachtens warteten. Das zeigte nun ebenfalls: Wenn die Holzstämme richtig verladen werden, also keinen Raum haben, um zu verrutschen, sind sie ausreichend gesichert. 

Polizeisprecher Dilling betont: „Für die Beurteilung der Ladungssicherung ist aber immer eine Einzelfallbetrachtung notwendig.“ So sei bei Bäumen zum Beispiel die Beschaffenheit der Rinde von Bedeutung. „Durchnässte oder vereiste Stämme, die vor dem Transport drei Wochen im Wald lagen, rutschen natürlich viel schneller als Holz, das frisch gefällt und trocken ist“, sagt Dilling. 

So muss die Ladung gesichert werden

Die Container auf den Straßen werden in der Regel nur nach Sicht durch die Polizei kontrolliert. Entscheidend ist, dass bei der Ladung zwei Flächen so aufeinanderliegen, dass das Verrutschen – zum Beispiel durch die Fliehkraft beim Bremsen – durch Reibung verhindert wird. Diese Art des Kraftschlusses kommt im Alltag häufig unbewusst zum Einsatz. Greift man zum Beispiel ein Blatt Papier zwischen Daumen und Zeigefinger, verhindert die Reibung zwischen Haut und Papier, dass das Blatt herunterfällt. 

Zusätzliche Sicherungen seien laut Polizei durchaus wünschenswert, aber nicht zwingend notwendig. Das Bundesamt für Güterverkehr sieht eine mögliche Zusatzsicherung „im ordnungsgemäßen Niederzurren der Ladung“, also im Einsatz von Spanngurten. Es gibt außerdem ganz spezielle Container, in die ein Sicherungssystem eingearbeitet ist. Dabei wird durch Stahlzacken im Containerboden die untere Reihe der Baumstämme quasi aufgespießt und so gegen Verrutschen gesichert. 

Für die heimische Forstwirtschaft bedeuten die Untersuchungsergebnisse der Behörden, dass der Abtransport der Stämme weiter in gewohnter Weise stattfinden darf, wenn sie denn ausreichend im Container gesichert werden. Fachgruppen des Bundesamtes für Güterverkehr und der Polizei arbeiten derzeit zudem an Verlade-Empfehlungen für Rundholz in Übersee-Containern.

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