Schließfächer in Volksbank aufgebrochen

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Bei einem Einbruch in die Volksbank-Hauptstelle wurden rund 200 Kunden-Schließfächer aufgebrochen. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Über einen dreisten Einbruch in die Volksbank-Hauptstelle in Meinerzhagen wurde bislang öffentlich Stillschweigen gewahrt. Erst auf Anfrage der MZ informierten heute die betroffene Volksbank im Märkischen Kreis und die Polizei über den Vorfall, der sich schon in der Nacht vom 6. auf den 7. Januar ereignete.

Dabei wurden rund zweihundert „Sparbuch-Schließfächer“ im Kundenbereich der Bank-Geschäftsstelle an der Hauptstraße aufgebrochen und durchwühlt.

Volksbank-Pressesprecherin Lavinia Heße betonte gegenüber unserer Zeitung, dass unmittelbar nach Bekanntwerden des Einbruchs bankinterne Ermittlungen aufgenommen worden seien. „Wir haben unverzüglich alle betroffenen Kunden informiert“, so Heße. Dabei stellt sie klar, dass es sich nicht um besonders gesicherte Safe-Schließfächer handele, die sich im Tresorraum der Bank befinden. Die betroffenen Schließfächer würden den Kunden ausdrücklich nur zur Aufbewahrung von Sparbüchern und entsprechenden Dokumenten zur Verfügung gestellt. Die Aufbewahrung von Bargeld oder anderen Wertgegenständen sei nicht vorgesehen. Gleichwohl kann natürlich nicht ausgeschlossen werden, dass der eine oder andere Nutzer womöglich doch Dinge in seinem Schließfach aufbewahrte, für deren Verlust aufgrund der Zweckbestimmung es nun keinen Versicherungsschutz gibt. Eine Parallele zu dem spektakulären Volksbankeinbruch in Berlin, wo die Täter einen Tunnel gruben und so in den Tresorraum gelangten, wo sich die besonders gesicherten Schließfächer befanden, kann von daher also nicht gezogen werden.

Polizeisprecher Dietmar Boronowski von der Märkischen Kreispolizeibehörde schilderte gegenüber der MZ auf Anfrage den Tathergang wie folgt:

Der Einbruch muss sich in der Nacht von Sonntag, 6. Januar, zum folgenden Montag zwischen 22 und 5.35 Uhr ereignet haben. Vom vorgelagerten SB-Kundenbereich im Eingangsbereich der Volksbank-Geschäftsstelle gelangten der oder die Täter in den angrenzenden Schalterraum, indem sie die Glastür zertrümmerten. Offenbar zielgerichtet wurde anschließend die Tür des Schließfach-Schranks aufgehebelt. Die darin befindlichen Schubfächer der Kunden wurden herausgerissen, der Inhalt zum großen Teil auf dem Boden verstreut.

Nach Entdecken des Einbruchs am frühen Morgen wurden seitens der Bank die noch aufgefundenen Unterlagen und Gegenstände sichergestellt und, so möglich, ihren Eigentümern zugeordnet.

Ob Kunden geschädigt wurden und wenn ja in welchem Umfang, dazu dauern die Recherchen an. Sichergestellt ist auf jeden Fall, dass mit womöglich abhanden gekommenen Sparbüchern keine Transaktionen möglich sind.

In die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft ist mittlerweile auch das Landeskriminalamt eingeschaltet.

Nach Informationen der MZ gibt es verwertbare Täter-Aufnahmen, die von der Video-Überwachung der Bank stammen. Aktuell werden diese noch polizeiintern ausgewertet. Polizeisprecher Boronowski stellte in Aussicht, dass nach Vorliegen einer richterlichen Genehmigung mit den Täterfotos demnächst auch in die Öffentlichkeitsfahndung gegangen wird. Sollte es in dieser Angelegenheit Hinweise von möglichen Zeugen geben, können sich diese jederzeit mit der Polizei in Verbindung setzen. ▪ -fe

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