Mysteriöse "Spende" verschlägt Mittendrin-Team die Sprache

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Der Inhalt der Säcke ist laut Martina Bettinger (links) und Angelika Freyer unbrauchbar.

Meinerzhagen - Eigentlich freut sich Beate Fernholz über jede Kleiderspende. Was die Mitarbeiterin des Sozialen Bürgerzentrums „Mittendrin“ am Prumbomweg allerdings in dieser Woche vor der Eingangstür der Einrichtung vorfand, verschlug ihr die Sprache.

Unbekannte hatten irgendwann am frühen Morgen oder noch in der Nacht sieben prall gefüllte Müllsäcke einfach vor der Glasfassade des „Mittendrin“ abgelegt. Zusätzlich entdeckte Beate Fernholz mehrere Kisten mit Kleiderbügeln und sogar eine schmutzige Kinderbett-Matratze. 

„Spenden sehen anders aus“, ärgerte sich auch Verwaltungsmitarbeiterin Martina Bettinger, die sich die „Bescherung“ später ansah. Egal welchen Inhalt die Behälter haben, eines geht gar nicht: „Einfach Sachen ablegen, ohne mit unserem Team persönlich zu sprechen“, sagt Beate Fernholz. Sie war es auch, die einen ersten Blick in Säcke und Kisten wagte. Was sie sah, machte sie einigermaßen fassungslos: „Dreckige Socken, schimmelige Kleidung, alte Bett- und Tischdecken zum Beispiel. Das kann man gar nicht anfassen, wer weiß, was man sich da holt“, ist Beate Fernholz immer noch mächtig sauer. Der Rest der „Spende“ besteht dann aus Dingen, die vielleicht nicht gefährlich, aber zumindest unbrauchbar sind: „Porzellan, Kaffeekannen ohne Deckel und anderer Hausrat.

Einmal ganz vom Zustand der Sachen abgesehen, Hausrat können wir im ,Mittendrin’“ auch gar nicht gebrauchen“, erläutert Martina Bettinger. Wann immer es geht, versuchen die beiden Frauen und das gesamte Team des Sozialen Bürgerzentrums, bedürftigen Menschen mit Sachen aus ihrer Kleiderkammer zu helfen. „Damit kein falscher Eindruck entsteht: Wir freuen uns deshalb auch sehr über Spenden. Aber so etwas wie jetzt – das geht gar nicht. Der ganze Krempel stammt offensichtlich aus einer Haushaltsauflösung und er wurde hier entsorgt. Wir können wohl noch von Glück sagen, dass die komplette Ladung nicht von irgendwelchen Leuten vor der Tür verstreut worden ist“, erläutert Martina Bettinger.

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