SPD-Mitglieder

Umfrage unter heimischen Sozialdemokraten: Fast alle wollen Walter-Borjans

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Das von vielen heimischen SPD-Politikern favorisierte Duo: Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken.

Meinerzhagen - Wer führt die Bundes-SPD in eine – aus Sicht der Sozialdemokraten – bessere Zukunft? Diese Frage beantworten bis zum 25. Oktober die Mitglieder der traditionsreichen Volkspartei. Etwa 420 000 Bürger mit SPD-Parteibuch stimmen darüber ab.

Auch Meinerzhagener SPD-Ratsmitglieder beteiligten sich an dem Votum – und die von der Meinerzhagener Zeitung befragten Volksvertreter haben klare Favoriten: Saskia Esken aus Baden-Württemberg und den ehemaligen NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans. Letzterer war vor fast genau einem Jahr wieder einmal zu Gast in der Volmestadt und er scheint einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben.

Peter Kamphaus jedenfalls musste bei der Stimmabgabe nicht lange überlegen: „Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans. Die beiden sind mir am liebsten. Und Walter-Borjans kommt schließlich aus Nordrhein-Westfalen.“ Besonders der ehemalige Finanzminister hat Kamphaus in der Vergangenheit immer wieder beeindruckt, nicht zuletzt durch den Ankauf der Steuer-CDs. „Dadurch hat er dem Staat viel Geld eingebracht und er hat bewiesen, dass er keine Angst hat, sich mit den Großkopferten anzulegen.“ Der SPD-Ratsherr hatte in der Vergangenheit auch schon Gelegenheit, Walter-Borjans persönlich kennenzulernen. „Auf mich hat er immer einen sehr stabilen Eindruck gemacht und ich glaube, dass Walter-Borjans wirklich umsetzt, was er sagt.“ Unter seiner Führung, so hofft Kamphaus, werde die SPD wieder eine klare Linie fahren. Nummer zwei in der Rangliste des erfahrenen Meinerzhagener Sozialdemokraten wäre übrigens das Duo Klara Geywitz und Olaf Scholz gewesen.

Auch Rainer Schmidt favorisiert Esken/Walter-Borjans. „Und das liegt nicht allein daran, dass Walter-Borjans aus Nordrhein-Westfalen kommt“, sagt Schmidt, der allerdings einräumt, dass er den Ex-Wirtschaftsminister deshalb vielleicht besser kenne als andere Kandidaten. Für Schmidt kommt nur eine andere Doppelspitze noch in die engere Wahl: Olaf Scholz und Klara Geywitz. Über Norbert Walter-Borjans weiß Schmidt eine ganze Menge. „Am ehesten in Erinnerung geblieben ist natürlich der Ankauf der Steuer-CDs. Diese Thematik ist heute noch aktuell“, findet er. Die Abstimmung der SPD-Basis hält Schmidt für ein sehr gutes Verfahren und seinen Respekt haben sich alle Kandidaten verdient, die sich um den Parteivorsitz bewerben: „Auch jene, die von Anfang an wohl eigentlich kaum Chancen hatten.“ 

Sozialpolitik ist Margit Ostermann sehr wichtig. Die SPD-Ratsfrau setzt deshalb ebenfalls auf das Duo Walter-Borjans/Esken. „Diese beiden könnten das aus meiner Sicht am besten umsetzen“, ist Ostermann überzeugt. Und noch eines findet Margit Ostermann gut: „Beide stellen die Große Koalition in Berlin in Frage.“ Eine Politikerin, der die Meinerzhagenerin die Führung der SPD zugetraut hätte, steht zum Leidwesen von Margit Ostermann allerdings gar nicht auf dem Wahlzettel: „Hannelore Kraft. Der hätte ich das wirklich zugetraut. Eine tolle Frau.“ 

„Norbert Walter-Borjans/Saskia Esken“: Der SPD-Fraktionsvorsitzende Rolf Puschkarsky muss auf die Frage nach seinen Favoriten nicht lange überlegen. Dabei setzt er besonders auf den ehemaligen NRW-Finanzminister. „Auf Walter-Borjans liegt mein Fokus, Frau Esken kenne ich weniger. Überhaupt halte ich von einer Doppelspitze wenig, das ist für mich nicht gewinnbringend.“ Walter-Borjans habe in Nordrhein-Westfalen einen guten Job gemacht, er sei sympathisch. „Von ihm verspreche ich mir neue Impulse und eine Klarstellung, was die Grundwerte der SPD angeht“, sagt Puschkarsky. Er hält die Arbeit der SPD in der Großen Koalition generell für erfolgreich, zwei Drittel der Ziele seien umgesetzt worden. „Aber das kommt in der Öffentlichkeit kaum durch“, beklagt der Sozialdemokrat.

Petra Freudenreich ist Vorsitzende der Meinerzhagener SPD. Und auch ihre Hoffnungsträger sind Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken. Die heimische Ratsfrau schränkt allerdings ein: „Frau Esken kenne ich nicht so gut. Dafür aber Walter-Borjans umso besser. Er steht für linke Politik und ich hatte im Jahr 2017 auch ein persönliches Gespräch mit ihm. Er hat mich schon damals überzeugt.“ Als Finanzminister habe er einen wirklich guten Job gemacht. 

Petra Gossen setzt bei ihrer Abstimmung nicht auf die Doppelspitze Walter-Borjans/Esken, sie hält stattdessen Klara Geywitz und Olaf Scholz für die geeigneten Kandidaten. „Allerdings muss ich zugeben, dass ich Frau Geywitz nicht kenne. Aber Olaf Scholz ist ein fähiger Politiker“, sagt die heimische Ratsfrau. Der Vizekanzler und Finanzminister beeindruckt sie auch durch seine Art: „Er ist niemand, der sich sofort in den Vordergrund stellt. Und Schnellschüsse sind ihm fremd. Er hat mich schon als Bürgermeister von Hamburg überzeugt.“

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