Jesus-Christus-Kirche: Kleines Türmchen, großer Schaden

Das kleine Türmchen, das die älteste Glocke der Kirche beherbergt, war marode. Die Holzkonstruktion und die Schieferabdeckung hatten gelitten. Jetzt werden die Schäden beseitigt. - Foto: Beil

MEINERZHAGEN - Die größten Schäden an der Jesus-Christus-Kirche gibt es ausgerechnet am kleinsten Türmchen. Zurzeit wird das evangelische Gotteshaus, Wahrzeichen der Stadt Meinerzhagen, „äußerlich“ renoviert. Der Kostenrahmen: Etwa 120 000 Euro.

Von Jürgen Beil

Baukirchmeister ist seit dem Jahr 2004 Christof Sönchen. Er weiß genau um die Schwachstellen der Kirche. Zum Beispiel um das Glockentürmchen quasi gegenüber dem großen Hauptturm. Die Konstruktion auf dem Dach beherbergt die älteste Glocke der Kirche. Sie stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist unversehrt – anders als der Turm, in dem sie hängt. Sönchen hatte festgestellt, dass ein Sturm im Oktober des vergangenen Jahres erhebliche Schäden verursacht hatte, auch sie werden jetzt beseitigt. „Das alles wäre nicht möglich, ohne die großzügige Unterstützung durch einige Sponsoren“, freut sich der Baukirchmeister. Den Rest der Renovierungssumme bring dann die evangelische Gemeinde Meinerzhagen auf.

Der Glockenturm ist die eine Sache, der äußere Anstrich die andere. „Zuletzt wurde die Fassade 1987 renoviert, jetzt waren diese Arbeiten einfach wieder fällig“, erklärt Sönchen. Doch das ist nicht so einfach wie bei einem Wohnhaus. Insgesamt müssen 1200 Quadratmeter mit neuer Farbe versehen werden, das geht nicht mit einer Rolle wie bei herkömmlichen Anstrichen. „Der Farbauftrag erfolgt mit Deckenbürsten. Dabei bedienen sich die Spezialisten einer uralten Technik. Verbraucht werden für die Jesus-Christus-Kirche ungefähr 500 Kilo Farbe“, weiß Sönchen. Eine ganz besondere Herausforderung sind dabei die Fensterlaibungen. Sie werden farblich abgesetzt und lasiert. Insgesamt müssen beim Anstrich verschiedene Arbeitsschritte eingehalten werden: „Reinigen, grundieren und der Deckanstrich mit mineralischer Farbe, der zwei bis dreimal wiederholt wird“, erklärt der Baukirchmeister.

Das alles kann keineswegs nach Gutdünken der Handwerker durchgeführt werden. Ein wichtiges Wort mitzusprechen hat aus Gründen des Denkmalschutzes der Landschaftsverband Westfalen-Lippe und natürlich ist auch das Presbyterium mit einbezogen.

Die Arbeiten, an denen verschiedene Fachfirmen beteiligt sind, werden noch etwa sechs Wochen dauern. Der „Kirchenbetrieb“ wird dadurch nicht gestört. „Die Innenrenovierung ist bereits im Jahr 2003 durchgeführt worden“, blickt Sönchen zurück.

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