Stadthalle: Umbau erst ab 2021

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Neuer Platz, alte Halle: Aber auch die soll erneuert werden – und zwar ab 2021.

Meinerzhagen - Vereine wie KuK oder andere Veranstalter können (vorerst) aufatmen: Noch bis ins Jahr 2021 steht ihnen die Stadthalle zur Verfügung. Dann wird umgebaut.

Zuletzt war der Herbst 2020 als Starttermin für die Umbauarbeiten in und um die Stadthalle genannt worden. Doch daraus wird nichts, wie Fachbereichsleiter Friedrich Rothaar jetzt auf MZ-Anfrage erklärte. Das habe verschiedene Gründe. Zum einen verweist er auf die verlängerte Fristsetzung für die Einreichung von Förderanträgen bis September 2020. In diesem Zeitrahmen sollen die notwendigen und umfangreichen Ausschreibungsunterlagen für die Architektenleistungen und den Investorenwettbewerb, bei denen es sich um europaweit zum Tragen kommende handelt, erstellt werden. „Das sind zum großen Teil hochkomplexe Angaben, Berechnungen und Fakten, welche dann auch noch den europaweiten Standards gerecht werden müssen. Gerade das vereinfacht es nicht gerade“, erklärt Rothaar.

Steht dieses „Paket“ und findet es die erhoffte Anerkennung, kann man bei der Stadt im Anschluss bis zum Frühjahr 2021 mit einer endgültigen Förderzusage des Landes rechnen. Doch nicht allein die Komplexität der Aufgaben habe für die Verzögerung gesorgt, auch die Erkrankung des federführenden Mitarbeiters im Büro ASS. Seit Mitte dieser Woche hat man nun den neuen zeitlichen Ablauf ausgearbeitet. Für die Meinerzhagener bedeutet das: Läuft in den nun anstehenden formellen Verfahrensteilen alles glatt, also findet sich ein akzeptabler Investor für den kommerziellen Part und gibt es die Förderung des Landes dementsprechend im Frühjahr 2021, könnten die Ausschreibungen für anstehende Bauarbeiten erfolgen. Ende 2021, Anfang 2022, stünde dann der Spatenstich für den kommerziellen Bereich an und gleichzeitig der Start der Umbau- und Sanierungsarbeiten in und an der Stadthalle. 

Dementsprechend wird sich die Fertigstellung ebenfalls um ein Jahr verzögern: Angedacht war der Zeitraum Mitte bis Ende 2023, nun dürfte 2024 anvisiert werden. Bis dahin kommt ein anderes Gerät längst zum Einsatz, auf das man nicht bis zum Komplettumbau warten wollte: die neue mobile Hubarbeitsbühne für die Stadthalle. Gekostet hat sie unter 10 000 Euro. Benötigt wird sie sowohl für Reparaturen und Wartungsarbeiten, aber auch für Reinigungstätigkeiten an den Fenstern des Foyers und an der Beleuchtung. 

Da die vorhandene Hebebühne aus dem Jahr 1979 veraltet und stark reparaturbedürftig war und ohne größeren Aufwand keine Abnahme durch die Berufsgenossenschaft erhalten hätte, stand eine Ersatzbeschaffung zwingend an. Nicht zuletzt auch für die teilweise anstehende Nutzung bei Veranstaltungen in der Stadthalle. Auch hierfür wollen die Verantwortlichen jetzt mit dem rund zwei Tonnen schweren Gefährt, dessen Arbeitsplattform für zwei Personen auf etwa acht Meter ausgefahren werden kann, gut gerüstet sein.

Die Chronik der Umbaupläne:

Die Meinerzhagener Stadthalle wurde im Jahr 1978 eingeweiht. Am 20. Juni 2016 wurden Überlegungen öffentlich, die in die Jahre gekommene Veranstaltungshalle abzureißen – dabei handele es sich aber nur um einen „Impuls im Sinne eines offenen Gedankenaustausches“, hieß es damals. Als Alternative wurde ein „Einkaufszentrum mit multifunktionaler Stadthalle“ genannt.

Zu einem Ratsbürgerentscheid „Gebäude erhalten oder nicht“, der für Herbst 2016 geplant war, kam es jedoch nicht, da der Landschaftsverband Westfalen-Lippe zunächst prüfte, ob die Stadthalle zu einem Denkmal erklärt werden muss. Im Januar 2017 dann die Entscheidung: Die Stadthalle ist kein Denkmal. 

Im März 2017 taxierte ein Gutachter die Kosten für eine Komplettsanierung der Stadthalle auf etwa 8 Millionen Euro. Eine Renovierung und ein Rückbau des leer stehenden Gastronomieanbaus sind demnach bei 7 Millionen Euro anzusiedeln. 

Am 22. Januar 2019 beschloss der Rat dann, folgende Pläne umzusetzen: Umbau und Sanierung der Stadthalle zum sozio-kulturellen Zentrum für die Stadtgesellschaft (Bürgerhalle) mit Erhalt, aber Sanierung des Otto-Fuchs-Saals mit Bühne, ein neues kommerzielles Zentrum mit einem Neu-/Anbau mit zentralen Angeboten (Einzelhandel, Dienstleistungen, Büro, Wohnen, Gastronomie und Parken), Umbau der heutigen Spielhalle gegenüber der Stadthalle zur städtischen Bücherei mit integrativem Begegnungsangebot und Gastronomie.

Im Raum steht eine Investitionssumme von knapp 10,6 Millionen Euro, von denen 60 Prozent über die Städtebauförderung des Landes finanziert werden sollen, 40 Prozent müsste die Stadt aufbringen.

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