Der geheimnisvolle Grabstein des Johann Friedrich Mehler 

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Ulrich Koopmann lagert die Platte zurzeit in seiner Garage. Was mit ihr geschehen soll, ist unklar.

Meinerzhagen - Wer war Johann Friedrich Mehler? Diese Frage stellt sich der Meinerzhagener Ulrich Koopmann seit einigen Wochen.

Er würde sich freuen, wenn Bürger dabei helfen könnten, Licht ins Dunkel um den geheimnisvollen Volmestädter zu bringen, der am 25. April des Jahres 1681 das Licht der Welt erblickte und nur 22 Jahre später, am 11. Januar 1704, starb. Doch was verbindet Ulrich Koopmann und den jungen Mann, der vor mehr als 300 Jahren starb? Ein Grabstein. 

Rückblick: Ulrich Koopmann wohnte lange auf dem elterlichen Hof in Scherlerwieden 1. Inzwischen leben dort seine Tochter und der Schwiegersohn. Bei Umbauarbeiten des alten Anwesens passierte es dann: „Wir haben eine Treppenstufe an einem Anbau mit dem Bagger angehoben und umgedreht. Aus Interesse habe ich mir die ,Stufe’ dann näher angesehen – und gestaunt. Deutlich zu sehen waren Einkerbungen, die sich als Inschrift herausstellten. Ich habe die Steinplatte anschließend mit nach Hause genommen, sie abgespült und den Dreck eingeweicht. Nach vorsichtigen Reinigungsarbeiten kam ein Grabstein zum Vorschein. Er trug den Namen Johann Friedrich Mehler und die Jahreszahl 1704.“ 

Ulrich Koopmann kennt Karl-Heinz Bartsch. Also griff er zum Telefon, kontaktierte den mit der Ortsgeschichte bestens vertrauten Nachbarn und bat ihn darum, den Grabstein anzusehen. Kalle Bartsch kam, recherchierte – und wurde fündig. Und das kam beim Blick in die heimische Kirchen-Chronik heraus: „Johann Friedrich Mehler wurde am 5. April als Sohn des Kirchmeisters Johannes Mehler geboren. Seine Paten waren der Vikar Johannes Friedrich Schubeus aus Gummersbach, der Schöffe Friedrich Knoche und die Patin die Hausfrau des Vikars Lemmer, die Catharina Mehler.“ 

Was Ulrich Koopmann aber immer noch nicht weiß: Wie kam der Grabstein nach Scherlerwieden und wo lag er einst? Denn: In Scherlerwieden war wohl nie ein Begräbnisfeld.

„Dass alle möglichen Materialien in früheren Zeiten manchmal zweckentfremdet wurden, das gab es“, berichtet Achim Neubert, der bei der Stadt für den Bereich Denkmalschutz zuständig ist.

Was nun mit dem Grabstein geschehen soll, ist allerdings unklar. Fakt ist: Entsorgen scheint keine Alternative zu sein. „Dafür ist der Fund wirklich zu schade. Der Stein ist sehr alt und ein Handwerker hat sich damit einst viel Mühe gegeben.“

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