Stippvisite in der Partnerstadt

Kampen in Corona-Zeiten – erstaunlich normal

+
Auch in Zeiten der Corona-Pandemie aktiv: Die Band „We bin Druut“ gab während des Kurzbesuchs von Ulrich Blumenrath in Kampen ein kleines Konzert.

Meinerzhagen/Kampen – Keine mit „dem Virus“ Infizierten in Meinerzhagen, keine in Kampen. Sowohl die Volmestadt als auch ihre niederländische Partnerkommune am IJsselmeer meldeten in den vergangenen Tagen offiziell keinen einzigen positiv getesteten Bürger.

Vom Leben in der befreundeten Kommune mit ihren gut 50 000 Einwohnern verschaffte sich Ulrich Blumenrath, Vorsitzender des Meinerzhagener Partnerschaftskomitees, erst vor wenigen Tagen einen persönlichen Eindruck. Und er stellte fest: „Das öffentliche Leben wirkte erstaunlich normal.“

„Niemand weiß, was in Zukunft wird“, hatte ein hörbar niedergeschlagener Teun de Man am 18. März dieses Jahres gesagt. Der 79-jährige Kampener ist Vorsitzende des Arbeitskreises, der zuständig ist für die beiden deutschen Partnerstädte Meinerzhagen und Soest. Und inzwischen kann er bilanzieren, dass die Situation in seiner Heimat nicht eskaliert ist, was die Pandemie betrifft.

Diesen Eindruck bestätigt auch Ulrich Blumenrath: „Auf den Straßen und in Geschäften habe ich kaum Menschen mit Masken gesehen. Ich habe den Mund-/Nasenschutz angelegt – und war damit in dem Geschäft so ziemlich der Einzige.“ Eine Maskenpflicht, so Blumenrath, gelte in den Niederlanden derzeit nur in öffentlichen Verkehrsmitteln. Auch in dem von ihm gebuchten Hotel sei das Tagesgeschäft recht normal abgelaufen. „Es gab sogar ein Büfett, allerdings wurde in Etappen gegessen“, berichtet der Komitee-Vorsitzende.

Bei aller Rückkehr zur Normalität – Corona bestimmt weiter die Beziehungen zwischen den Organisationen, die sich in beiden Städten um die Partnerschaft kümmern. Alle gemeinsam geplanten Veranstaltungen sind abgesagt, Treffen sind vorerst nicht geplant. Und so bleibt es noch bei privaten Besuchen, so wie dem von Ulrich Blumenrath vor wenigen Tagen. „Ich bin ganz in Ruhe durch Kampen gegangen und habe mir einen Eindruck von der Situation verschafft“, berichtet der Meinerzhagener. Dabei hat er gesehen, wie in den Gaststätten Stationen für die Handdesinfektion standen. 

Als Besucher aus Deutschland ist Blumenrath auch mit den Abstandsregelungen vertraut. In den Niederlanden sei diese Maßnahme zum Schutz vor Infektionen allerdings nur eine Empfehlung, weiß der Volmestädter. Dass das öffentliche Leben in Kampen keinesfalls still steht, ist für den Meinerzhagener nach seiner Stippvisite Gewissheit. „Ich habe eigentlich keine öffentliche Einrichtung gesehen, die wegen Corona noch geschlossen war. Geöffnet hatten beispielsweise ein Museum und auch die Bibliothek. Und in der Fußgängerzone hat die Band ,We bin Druut’, die im vergangenen Jahr beim Meinerzhagener Frühling aufgetreten ist, ein kleines Konzert gegeben.“ 

Das Fazit des Vorsitzenden des Partnerschaftskomitees nach dem Kurzbesuch: „Alle sprechen auch in Kampen über das Virus, aber das Leben läuft erstaunlich normal ab. Das habe ich schon bei meiner Hinfahrt an einer Autobahn-Raststätte in Apeldoorn gemerkt. Da war für die Besucher ein Einbahnverkehr eingerichtet, aber auch das Personal trug im Gebäudeinneren keinesfalls Masken."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare