Übernachtungszahlen sinken

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Probleme in der Jugendherberge: Noch gibt es keinen neuen Leiter, die Übernachtungszahlen sinken. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Die anhaltenden personellen Probleme in der Leitungsfunktion der Jugendherberge haben ihren Niederschlag bei den Übernachtungszahlen gefunden.

Mit 9850 Nächtigungen blieb das Ergebnis für das abgelaufene Jahr 2010 deutlich unter denen der Vorjahre zurück. 2009 hatte man noch 11 982 Übernachtungen gezählt, 2132 mehr als diesmal.

Bei der für Meinerzhagen zuständigen Landesgeschäftsstelle des Deutschen Jugendherbergswerkes in Hagen weiß man um die negative Entwicklung. und bedauert diese ausdrücklich. Man sei intensiv bemüht, für die Leitung des Hauses an der Bergstraße in Meinerzhagen wieder einen engagierten Leiter zu finden, hieß es auf Anfrage unserer Zeitung. Bis spätestens zum Beginn der Saison im April solle die Wiederbesetzung der zurzeit vakanten Stelle erfolgt sein.

Wie berichtet, war Dirk Filzen, der 2003 die Leitung der 140-Betten-Jugendherberge in der Volmestadt übernommen hatte, im Juni vergangenen Jahres auf eigenen Wunsch ausgeschieden. In seiner Amtszeit hatte er die Übernachtungszahlen sukzessive steigern können. Der DJH investierte zudem erhebliche Mittel in die Renovierung von Gebäude und Einrichtungen.

Der als Nachfolger von Filzen eingesetzte 23-jährige Marc Rudolphi startete zwar mit großen Plänen, warf aber nach nur kurzem Gastspiel aus privaten Gründen, wie es hieß, im Dezember das Handtuch. Seitdem wurde die Jugendherberge kommissarisch von der Geschäftsstelle in Hagen mit betreut.

Jetzt soll die rückläufige Entwicklung gestoppt werden. Der Rückgang der Gästezahlen in Meinerzhagen steht nämlich ganz im Gegensatz zu den ansonsten guten Zahlen, die das Jugendherbergswerk gerade für 2010 präsentieren konnte. Die Jugendherbergen in Deutschland haben vor allem ihre Rolle als führende Anbieter von Klassenfahrten im Jahr 2010 gefestigt. Der Anteil von Schülerinnen und Schülern an den bundesweit mehr als zehn Millionen Übernachtungen blieb stabil bei 40,5 Prozent.

„Die Schulklassen wissen, was sie an Jugendherbergen haben“, sagte Bernd Dohn, der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Jugendherbergswerkes (DJH), bei der Erläuterung der Jahresbilanz 2010. Zu den herausragenden Argumenten zählt er die qualitativ hochwertigen Programme, die modernisierten Häusern und den verbesserten Service für die Gäste. Lernerfahrungen beim Bewerbungstraining, bei der Teamentwicklung im Hochseilgarten und Seminare für Streitschlichter sind dabei besonders gefragt.

Rechnet man die übrigen Schulgruppen wie Seminare und Tagungen zur beruflichen Bildung hinzu, entfielen im vergangenen Jahr rund die Hälfte der mehr als zehn Millionen Übernachtungen auf den Bereich Schule und Weiterbildung. Der größte Zuwachs ergab sich im Segment Hochschulen und Fachhochschulen. Hier nahmen die Übernachtungen um 1,44 Prozent zu.

Dem Trend der vergangenen Jahre entsprechend entschieden sich weitere Familien für die Jugendherbergen als Feriendomizil; im Jahresverlauf ergab sich ein Plus von 1,74 Prozent. Der Anteil der Familien stieg damit auf 18,3 Prozent ein Wert, der zuvor noch nie erreicht wurde.

Hauptgeschäftsführer Dohn zeigte sich davon nicht überrascht: „Seit geraumer Zeit sorgen wir für eine familienfreundliche Atmosphäre in unseren Häusern. Mittlerweile erfüllen sogar 125 der insgesamt 540 Jugendherbergen die höchsten Qualitätskriterien, die wir uns intern gesetzt haben. Vorzüge wie familiengerechte Unterbringung und Verpflegung sowie spannende Freizeitprogramme zu günstigen Preisen sprechen sich natürlich herum.“

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