Übermüdung als Ursache

Horrorunfall: Pole muss mit Anklage rechnen

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Blick auf die Unfallstelle: Mittels eines Kranwagens mussten die frontal aufeinandergestoßenen Lastzüge auseinandergezogen werden. Die Polizei fertigte zur Beweissicherung Videoaufnahmen aus einem Hubschrauber. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Es war die schicksalshafte Begegnung zweier Berufskraftfahrer, die für den einen tödlich ausging und den anderen jetzt wohl auf die Anklagebank bringen wird. Der Horrorunfall vom 5. September auf der Autobahn Sauerlandlinie zwischen den Anschlussstellen Meinerzhagen und Lüdenscheid-Süd ist aktuell ein Fall für die Staatsanwaltschaft Hagen. „Wir ermitteln wegen fahrlässiger Tötung“, bestätigte am Montag ein Sprecher der Behörde.

Oberstaatsanwalt Dr. Pauli informierte auf Anfrage unserer Zeitung, dass nach vorliegenden Zeugenaussagen und weiteren Ermittlungsergebnissen der folgenschwere Unfall vermutlich auf Übermüdung beim unfallverursachenden Lkw-Fahrer, einem 43-jährigen polnischen Staatsbürger, zurückzuführen ist. Der Fahrer hat nachweislich seine vorgeschriebenen Ruhezeiten nicht eingehalten. Alles deutet darauf hin, dass er auf der abschüssigen Strecke kurz hinter der Homert vom Schlaf übermannt wurde und dadurch die Kontrolle über den von ihm gelenkten Sattelzug verloren hatte. „Wir haben auf Grund unserer Ermittlungsergebnisse einen Antrag auf Entziehung der Fahrerlaubnis gestellt“, so der Pressedezernent der Hagener Staatsanwaltschaft. Dem sei mittlerweile stattgegeben worden.

Nach Lage der Dinge ist davon auszugehen, dass der Pole sich demnächst wegen fahrlässiger Tötung vor einem deutschen Gericht verantworten muss.

Der spektakuläre Unfall ereignete sich am 5. September gegen 7.25 Uhr. Der mit tonnenschweren Papierrollen für eine Druckerei im Ruhrgebiet beladene Sattelzug des Polen hatte in Fahrtrichtung Dortmund die Mittelleitplanken durchbrochen und war auf der Gegenfahrbahn frontal in einen entgegenkommenden Lkw gerast. In dem total demolierten Führerhaus des mit Automobil-Zubehörteilen beladenen Sattelzugs starb ein 56-jähriger Familienvater aus Langenberg im Kreis Gütersloh.

Der Mann, der auf dem Weg zu einem Automobilhersteller in Süddeutschland war, hatte keine Chance. Er war auf der Stelle tot. Einsatzkräfte der Feuerwehr aus Meinerzhagen übernahmen die belastende Aufgabe, seine sterblichen Überreste in aufwendiger Aktion aus dem Unfallwracke zu bergen.

Auf Anweisung der Staatsanwaltschaft wurden zur Beweisssicherung beide Unfallfahrzeuge sichergestellt und technisch untersucht.

Die Besatzung eines Polizeihubschraubers sorgte für Luftaufnahmen von der Unfallstelle. Die Autobahn Sauerlandlinie war wegen des Unfalls seinerzeit bis in die späten Abendstunden hinein voll gesperrt. - Von Horst vom Hofe

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