Überlastete Server machen es den Apothekern nicht leicht

Digitaler Impfpass: Auch in Meinerzhagen stockt´s

Apotheker Andreas Rasche braucht nur wenige Minuten, bis er an seinem Computer den QR-Code für den digitalen Impfpass angezeigt bekommt. So reibungslos lief es längst nicht überall, da der Server überlastet war. 	Foto: Becker
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Apotheker Andreas Rasche braucht nur wenige Minuten, bis er an seinem Computer den QR-Code für den digitalen Impfpass angezeigt bekommt. So reibungslos lief es längst nicht überall, da der Server überlastet war. Foto: Becker

Letztlich dauert es keine drei Minuten, bis ich den Code scannen kann, der dann auf meinem digitalen Impfpass auf dem Smartphone anzeigt, dass ich vollständig geimpft bin – und seit der Impfung mehr als 14 Tage vergangen sind.

Meinerzhagen - So viel Glück hatten nicht alle, die am Montagmorgen in Meinerzhagen in den Apotheken auf den QR-Code hofften, mit dem zukünftig der Nachweis einer Covid-19-Impfung leichter erbracht werden kann.

Markus Blumenthal, Inhaber der Ihne-Apotheke in Valbert, hatte am Montagmorgen, als die Meinerzhagener Zeitung bei ihm nachfragte, erst ein Dokument digitalisieren können. „Wir hatten schon einige Nachfragen, doch nach dem ersten Durchlauf war das System wohl so überlastet, dass erst mal nichts mehr ging. Wir haben die Impfausweise der Kunden kopiert und werden diese Anfragen nun nach und nach abarbeiten, wenn der Zugang zu dem Portal funktioniert“, sagt der Valberter Apotheker.

Ähnlich sieht es auch in weiteren Apotheken der Stadt aus. „Wir sind bereit, aber derzeit funktioniert hier noch nichts“, sagt Birgit Novak, Apothekerin der Apotheke im Multimedicum.

Martin Kutzner, Apotheker in der Hirsch-Apotheke, riet seinen Kunden morgens noch, einfach ein bisschen abzuwarten. Am Nachmittag meldete er sich dann in der MZ-Redaktion mit der frohen Kunde, dass die Verbindung zum Server nun einwandfrei funktioniere und der Ausstellung der QR-Codes nichts mehr im Wege stehe. Sicher erfreulich für die Kunden, die er am Montagmorgen noch vertrösten musste.

MZ-Redakteur Johannes Becker hat den QR-Code bekommen und konnte so seinen digitalen Impfausweis aktivieren.

Ganz anders in der Apotheke Zum Alten Teich. Apotheker Andreas Rasche ist nahezu überrascht, dass die Ausstellung der Zertifikate bei ihm von Anfang an geklappt hat. „Ich habe schon gut zehn QR-Codes ausdrucken und den Kunden mitgeben können. Probleme gab es überraschenderweise bisher nicht“, freut sich Rasche, der dann auch schnell die Daten für meinen digitalen Ausweis eingibt und den Code ausdruckt. Zwei Clicks und einmal Scannen später taucht das Zertifikat in der Cov-Pass-App auf, und im Büro wird das alles dann noch mal auf der Corona-Warn-App erledigt – ebenfalls ohne Probleme. Abzulesen ist neben dem QR-Code nun auch mein Name, das Geburtsdatum, der verwendete Impfstoff und das Datum der Impfungen. Bei der Corona-Warn-App ist auch gleich noch ein Ablaufdatum hinterlegt – in meinem Fall der 14. Juni 2022.

Bezahlen musste ich nichts, weder für die App, die kostenlos geladen werden kann, noch für die Dienstleistung des Apothekers. „Wie genau die Abrechnung funktioniert, wissen wir nicht. Aber letztlich wird die Vergütung wohl über das System berechnet, über das wir angemeldet sind und über das wir den QR-Code beim RKI anfordern können“, erklärt Rasche.

So froh der Apotheker auch ist, dass die Technik funktioniert und er seinen Kunden schnell helfen konnte, so sehr ärgert er sich über das Vorgehen: „Ich habe, wie meine Kollegen auch, erst vergangene Woche aus den Medien erfahren, dass die Apotheken diese Dienstleistung anbieten werden.“

Nicht nur die Apotheker

Neben den Apothekern sollen auch die Arztpraxen zukünftig den QR-Code erzeugen und ihren Patienten mitgeben können, wenn diese in der Praxis geimpft wurden. Impflinge, die in einem Impfzentrum in Nordrhein-Westfalen ihre Covid-19-Impfung bekommen haben, müssen eigentlich gar nichts tun. Die Landesregierung hat zugesagt, dass ihnen der QR-Code bis Ende des Monats zugesendet wird.

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