Üben für den Ernstfall unter realistischen Bedingungen

Die Teilnehmer des ersten Atemschutzlehrgangs auf städtischer Ebene in Meinerzhagen.

MEINERZHAGEN ▪ Erstmals führte die Meinerzhagener Feuerwehr einen Atemschutzlehrgang auf Stadtebene teil. Zwölf junge Feuerwehrmänner nehmen teil.

Das Szenarium ist realitätsnah. Die beiden jungen Feuerwehrmänner bewegen sich kriechend voran. Ausgerüstet mit einem Atemschutzgerät, das die Bewegungen zusätzlich erschwert, in diesem Fall aber unerlässlich ist. Die Sicht ist gleich null, weil die Ausbilder das Sichtfeld der Atemschutzmaske mit einem Plastikschoner abgedeckt haben. Die beiden Einsatzkräfte müssen sich ganz auf ihre übrigen Sinne verlassen, bewegen sich tastend nach vorn, vorbei an Hindernissen, kriechend. Die Sicherungsleine bildet dabei den im Ernstfall überaus wichtigen „roten Faden“, der den schnellen Rückweg möglich macht. Der Puls geht hoch. Psychisch und physisch ist es eine belastende Situation. In einer Ecke des Dachgeschossraumes wird eine Person gefunden und schnellstens geborgen – in diesem Fall eine Puppe. Das Ganze ist ja noch eine Übung.

Zwölf junge Feuerwehrmänner aus den Reihen der Meinerzhagener Feuerwehr bereiten sich im Rahmen eines Atemschutzlehrgangs intensiv auf den Ernstfall vor.

„Wir hatten diesmal erfreulicher Weise so viele Interessenten, dass wir erstmals eine Ausbildungsmaßnahme vor Ort durchführen konnten. Die Lehrgänge finden sonst auf Kreisebene statt“, erläutert stellvertretender Wehrleiter Ulli Blumenrath im Gespräch mit der MZ.

Am Samstag war schon der dritte und damit auch letzte Lehrgangstag im Feuerwehrgerätehaus am Florianweg. Am nächsten Samstag geht es ins Service-Center der Feuerwehr nach Iserlohn. Dort wird dann im Rahmen einer schriftlichen und praktischen Prüfung eine Lernziekontrolle vorgenommen. Alle zwölf Anwärter aus Meinerzhagen haben sich darauf in Theorie und Praxis bestens vorbereitet. Sie wollen Atemschutzgeräteträger werden und haben dafür schon im Vorfeld viel investieren müssen: Rund 160 Ausbildungsstunden bei den obligatorischen Lehrgängen Truppmann 1 und 2, dazu ein weiterer Lehrgang im Sprechfunk. Und dann war noch eine weitere Hürde zu nehmen: Einen Gesundheitscheck auf Herz und Nieren durch den zuständigen Feuerwehrarzt.

Lehrgangsleiter Christian Budna und sein Ausbilderteam mit Matthias Höfer, Ulrich Münster (beide Lüdenscheid) und Oliver Amlung zeigten sich am Samstag zufrieden mit den bisher gezeigten Leistungen ihrer Schützlinge und sind optimistisch, dass alle das notwendige Rüstzeug für das erfolgreiche Bestehen der nun bevorstehenden Abschlussprüfung erworben haben.

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