U3-Ziel verfehlt – und doch zufrieden

In den neun Meinerzhagener Kindergärten gibt es derzeit 50 U3-Plätze für insgesamt 523 Kinder.

MEINERZHAGEN - Die Zielquote wurde bereits vor sieben Jahren klar formuliert: 32 Prozent aller unter dreijährigen Kinder in Nordrhein-Westfalen sollten im vergangenen Jahr auf Wunsch einen Betreuungsplatz erhalten können. Ein hehres Ziel, das auch in Meinerzhagen längst nicht erreicht wurde. Ganz im Gegenteil: Die Volmestadt ist im aktuellen Kindergartenjahr kreisweit sogar Schlusslicht, wenn es um die Anzahl der U3-Plätze in den Kitas geht. Und doch genügt das örtliche Angebot vollkommen, wie Matthias Sauerland vom Jugendamt des Märkischen Kreises auf Anfrage mitteilte.

Allein in den neun Kindergärten gibt es derzeit 50 U3-Plätze für insgesamt 523 Kinder. Hinzu kommt das Angebot durch Tagesmütter, die aktuell 20 unter Dreijährige betreuen und laut Sauerland noch weitere Plätze für Mädchen und Jungen in diesem Altern anbieten könnten. Kurzum: „Wir haben noch Luft“, sagt der Fachbereichsleiter, der also auch mit der Betreuungsquote von damit 16,8 Prozent zufrieden sein kann. Zumal die Zahl der U3-Betreuungsplätze in den Kitas im Sommer deutlich ansteigen wird. 24 zusätzliche Plätze sollen geschaffen worden sein, um dann eine Quote von 20,9 Prozent zu erreichen – unter anderem durch entsprechende Maßnahmen im katholischen Kindergarten „St. Martin“ und durch ein verändertes Raumkonzept im DRK-Kindergarten. Im Blick hat die Stadt aber auch weiterhin die Einrichtung einer U3-Gruppe im Bereich der Südschule (wir berichteten). Eine endgültige Entscheidung dazu steht nach Angaben von Uwe Busch vom Sachgebiet Soziales im Rathaus allerdings noch aus – zunächst müssen die Gremien entscheiden.

Die höhere Betreuungsquote im U3-Bereich lässt sich aber nicht nur auf das wachsende Platzangebot zurückführen, sondern auch auf die niedrigere Zahl anspruchsberechtigter Kinder: Diese sinkt für das kommende Kindergartenjahr von 523 auf 513. Ein Trend, der sich im Bereich der „normalen“ Ü3-Betreuung (drei- bis sechsjährige Kinder) noch deutlicher bemerkbar macht. Deren Zahl sinkt in Meinerzhagen von 570 auf 527 – wobei längst nicht alle anspruchsberechtigten Kinder tatsächlich eine Kita besuchen. So sind laut Uwe Busch aktuell nur 496 Ü3-Plätze belegt. Die Eltern von 84 Mädchen und Jungen verzichten demnach auf einen Kindergartenplatz in Meinerzhagen – was sowohl Matthias Sauerland als auch Uwe Busch auf eine Vielzahl von Eltern zurückführen, die ihre Kinder aus religiösen Gründen in keine staatliche oder kirchliche Betreuungseinrichtung schicken wollen.

Und so steht fest: Der tatsächliche Bedarf an Plätzen sowohl für U3-, als auch für Ü3-Kinder wird in Meinerzhagen gedeckt. Wenn auch nicht immer so, wie es sich einige Eltern wünschen würden. „Es kam auch schon vor, dass wir ein Kind aus Meinerzhagen in einen Kindergarten in Valbert schicken müssen“, so Sauerland. - Frank Zacharias

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