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Krassnitzer und Kramer loben Meinerzhagener Kulturverein

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Von: Thomas Krumm

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Ann-Kathrin Kramer und Harald Krassnitzer loben das Engagement von Kulturvereinen wie KuK
Ann-Kathrin Kramer und Harald Krassnitzer loben das Engagement von Kulturvereinen wie KuK. © Nimmesgern, Stefan

Ann-Kathrin Kramer, Harald Krassnitzer und die vier Musiker von „Les Manouches du Tannes“ gastieren am Samstagabend ab 20 Uhr mit ihrer Fassung des Romans „Chocolat“ in der Stadthalle Meinerzhagen. Im Vorfeld äußerten sie sich auch zur Lage der Kultur in Zeiten von Corona, zum Engagement des Kulturvereins KuK und zu dem besonderen Vergnügen, in einer Stadt wie Meinerzhagen aufzutreten.

Meinerzhagen - Das Gespräch führte MZ-Mitarbeiter Thomas Krumm.

Sie sind derzeit auf Tournee. Wie nehmen Sie die Situation rund um Corona wahr?

Ann-Kathrin Kramer: Es gibt ja sehr greifbare Zahlen zu Kulturbetrieben, die nur mit einem Anteil von 1,2 Prozent Infektionsorte sind. Eine niedrige Zahl im Vergleich zu Supermärkten und dem Einkaufen überhaupt. Ganz oben liegen Klubs und Bars und Restaurants. Und ganz unten, nach den Kinos, die auch ganz geringe Zahlen aufweisen, kommen die Kulturbetriebe, weil die dafür gesorgt haben, dass das wirklich gut organisiert ist. Wenn wir jetzt vor einem vollen Haus spielen, dann hat jeder Haushalt zwei, drei Plätze dazwischen. Die Säle haben Lüftungsanlagen, die funktionieren. Wir finden, dass das ganz toll gemacht ist von den Kulturbetrieben. Wir fühlen uns da sicher und gut. Wir machen auch die Erfahrung, dass das sorgfältig betrieben ist und man wirklich da sitzen kann mit einem guten Gefühl und angstfrei. Zudem wird mittlerweile in fast allen Häusern die Maske auch während der Vorstellung getragen. Wir haben nicht das Gefühl, dass wir da gerade auf der Rasierklinge reiten.

Harald Krassnitzer: Wir haben auch im Vorfeld viel darüber geredet, weil ja bereits im August, September absehbar war, wo die Reise hingehen und dass sich das wieder verdichten wird. Und da haben sämtliche Veranstalter bereits im Vorfeld 2G- respektive 3G-Regelungen eingeführt. Wir können nur sagen: Was die Veranstalter da auf die Beine gestellt haben, sowohl den Zuschauern als auch den Kulturschaffenden ein sicheres Gefühl zu geben, da kann man nur sagen „Hut ab!“ Dafür gilt ihnen unsere große Dankbarkeit. Weil das Konzepte sind, die meiner Meinung nach Vorbildfunktion hätten für viele andere. Weil es toll ist, dass es ein Kulturleben auch in Pandemiezeiten geben kann und man keine Angst haben muss.

Ann-Kathrin Kramer: Eines würde ich gerne noch sagen: Das ist das, was wir immer merken, wenn unser Stück gespielt ist – die große Sehnsucht aller nach diesen Abenden. Man merkt einfach, dass es eine große Glückseligkeit gibt von diesem gemeinschaftlichen Erlebnis, das man an einem solchen Abend hat. Wieder in einem Theater sein zu können und das zu erleben – das bringt wirklich ein Glücksgefühl.

Meine Erfahrung ist, dass Besucher derzeit immer sehr gern mit Auftretenden in Kontakt treten und plaudern – soweit die Kunstgattung, etwa beim Kabarett, das zulässt.

Harald Krassnitzer: Wir als Kulturschaffende, ob das die Musiker oder wir Schauspieler sind – oder alle, die auf und hinter der Bühne arbeiten und an der Technik mitwirken: Alle haben den größten Spaß daran, dass sie das wieder machen können. Ich glaube, dass wir hier erkennen: Es ist und bleibt ein Grundbedürfnis des Menschen, sich auszutauschen.

Es ist ein Grundbedürfnis zuzuhören, sich verführen zu lassen, für Minuten, für Stunden irgendwo wegzutauchen und in eine andere Welt zu kommen, hinauszugehen und ein anderes Gefühl zu haben. Das ist nicht wie Fernsehen. Es ist nicht wie Kino. Es ist der Moment, der Augenblick, in dem es passiert und der Austausch stattfindet. Das ist für uns gerade an Orten, wo es solche Initiativen gibt wie in Meinerzhagen, besonders toll. Weil es Menschen sind, die es dann auch noch ehrenamtlich machen. Das heißt: Die brennen noch mehr für ihre Sache als ein großes Staatstheater.

Die brennen noch mehr für ihre Sache als ein großes Staatstheater.

Harald Krassnitzer zu Vereinen wie KuK

Da merkst du einfach die Freude, die Energie. Das ist das Schönste, was Menschen in so einer Stadt wie Meinerzhagen machen können: genau diese Leute zu unterstützen. Die sind ja der noch viel größere Schatz als die Kulturschaffenden, die kommen. Wenn man Menschen in so einer kleinen Gesellschaft hat wie in Meinerzhagen, die sich ehrenamtlich dafür einsetzen, dann ist das das größte Geschenk, das eine Stadt haben kann. Es ist ein Zeichen für die größtmögliche Lebendigkeit und für eine große Resilienz. Man kann das natürlich auch ganz kaltblütig machen: Man bucht eine Vorstellung, und sagt sie wieder ab, wenn es Probleme gibt, wie wir sie jetzt in der Pandemie haben. Aber hier geht es um etwas anderes. Hier geht es um eine Leidenschaft für die Kultur, ein tiefes Bedürfnis, und das ist das – ich muss es einfach so sagen –, was uns die größte Freude macht, den größten Spaß macht und auch für uns die schönsten Momente erzeugt. Wir alle sind unglaublich reich beschenkt mit solchen Orten.

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