Was tun, wenn ein Gebäude brennt?

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Auch das Entrollen eines Schlauches – hier unter fachkundiger Aufsicht – will gelernt sein. ▪

MEINERZHAGEN/KIERSPE ▪ Weißer Rauch quoll aus den Fenstern des Jugendzentrums, als mehrere Löschfahrzeuge auf den Schulplatz einbogen.

Zugleich dröhnte der ohrenbetäubende Alarm mehrerer Rauchmelder auf die Straße. Dieses bedrohlich wirkende Szenario bildete am Mittwoch den eindrucksvollen Rahmen für eine Großübung der Jugendfeuerwehr, die dabei nicht nur von der Jugendrotkreuzgruppe aus Kierspe unterstützt wurde.

Auch die Kiersper Notfalldarstellgruppe war mit von der Partie. Dank ihrer Hilfe wirkte das Szenario auf den ersten Blick noch realer. Sie schlüpften in die Rolle der Verletzten und hatten sich schaurige Wunden aufgeschminkt.

Was tun, wenn ein mehrstöckiges Gebäude brennt und gleich mehrere Anwohner vermisst werden? „Die Personenrettung ist das Allerwichtigste“, gab der stellvertretende Stadtbrandinspektor Ulrich Blumenrath dem Feuerwehrnachwuchs mit auf den Weg. Daher wagten sich die jungen Helfer zunächst in Zweierteams und mit einer Atemschutz-Attrappe ausgerüstet in die dunklen und völlig verrauchten Räume und suchten im Schein ihrer Lampen nach Vermissten. Als Rauch diente der Nebel aus einer Nebelmaschine.

Zugleich entrollten weitere Helfer mehrere C-Strahlrohre, um bald mit dem Löschangriff beginnen zu können. Auch hier war Geschick gefragt: Wie sich bald zeigte, entrollte sich der Schlauch mit der richtigen Handbewegung und viel Schwung am schnellsten. Nach und nach geleiteten die jungen Helfer mehrere traumatisierte und verletzte Personen aus der Gefahrenzone. Sie durften auf einer Trage Platz nehmen und wurden von der Kiersper Jugendrotkreuzgruppe betreut und verarztet.

Erst jetzt konnten sich alle voll auf den Löschangriff konzentrieren, der von zwei Seiten des Gebäudes gleichzeitig vorgenommen wurde. „Das läuft schon alles ganz rund“, fand der Pressewart der Jugendfeuerwehr, Niklas Müller, der die Übung zusammen mit Marc Windisch ausgearbeitet hatte.

Nach getaner Arbeit trafen sich alle zur Manöverkritik, um das Erlebte zu besprechen. Rund 30 Jungen und Mädchen engagieren sich in der Jugendfeuerwehr und würden sich über weitere Mitstreiter freuen. Wer zwölf Jahre oder älter ist und Interesse hat, kann sich unter Tel. (0 23 54) 70 98 48 mit Birger Schmidt oder unter (0 23 54) 77-234 mit Wehrleiter Thomas Decker in Verbindung setzen. ▪ ps

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