Es geht um das Wohl der Tiere

Einsatz für ein schönes Hundeleben

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Hunde brauchen Auslauf.

Meinerzhagen – Julia Klöckner reicht’s. Die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz will neue Vorgaben beim Tierschutz durchsetzen.

Ein wichtiger Punkt: „Einem Hund soll mindestens zweimal täglich für insgesamt mindestens eine Stunde Auslauf im Freien – beispielsweise Spaziergang, Auslauf im Garten – außerhalb eines Zwingers gewährt werden.“ 

Das findet Pia Sperber erst einmal gut. Die Vorsitzende des Tierschutzvereines (TSV) Meinerzhagen-Kierspe ist allerdings davon überzeugt, dass diese dann vorgeschriebenen 60 Minuten in den meisten Fällen noch zu wenig sind. „Es ist eigentlich traurig, dass es einer solchen Verordnung bedarf. Aber damit hätte man dann etwas in der Hand, mit dem man gegen die schwarzen Schafe unter den Hundehaltern vorgehen könnte“, freut sich Sperber. 

TSV hat zwölf Pflegehunde

Zwölf Hunde sind derzeit in der Auffangstation des TSV in Listerhammer untergebracht. Sie alle haben laut Sperber genügend Auslauf: „Wir haben ein riesiges Außengelände und unternehmen zusätzlich Spaziergänge mit den Tieren – außer mit den Älteren. Denen reicht es meist, wenn sie auf einem Platz mit guter Aussicht liegen und alles um sich herum beobachten können.“ Dass das Recht auf Auslauf pauschal auf alle Hunde Anwendung finden soll, hält Sperber nicht für richtig. Sie differenziert: „Manche Hunde sind alt, mögen sich nicht mehr so viel bewegen. Andere sind krank, müssen geschont werden. Und wieder andere können keine Hitze oder strömenden Regen leiden. Sie bleiben dann auch lieber zu Hause.“ 

In Meinerzhagen, so Pia Sperber weiter, kenne sie zwei bis drei Hunde, die in Zwingern leben. „Das halte ich auch nicht einmal für sehr problematisch. Eine solche Haltung kann besser sein, als einen Hund ständig im Wohnzimmer bei sich zu haben. Da kann er die Außenwelt ja überhaupt nicht wahrnehmen.“ 

Verbesserung auch für Nutztiere  

Ministerin Julia Klöckner hat nicht nur den Auslauf von Hunden im Blick, sie widmet sich dem Tierwohl auch in anderen Bereichen – und erhält dafür Lob von Pia Sperber. Konkret geht es um eine Änderung der Tierschutztransportverordnung: Die Transportdauer von Nutztieren innerhalb Deutschlands soll auf viereinhalb Stunden begrenzt werden, wenn nicht sichergestellt ist, dass zu jedem Zeitpunkt während der Beförderung in dem Bereich, in dem sich die Tiere während des Transportes aufhalten, eine Temperatur von nicht mehr als 30 Grad Celsius herrscht. „Das ist ein echtes und vielleicht noch größeres Problem als der Auslauf bei Hunden. Hier kann der Gesetzgeber bei Verstößen nicht hart genug sein“, findet die TSV-Vorsitzende.

In Deutschland zählt der Hund übrigens zu den beliebtesten Haustieren, mehr als neun Millionen Tiere gibt es zwischen Flensburg und Garmisch. Laut Bundesministerium ist gerade in der bisherigen Corona-Hochphase die Zahl der von Privathaushalten angeschafften Haustiere angestiegen. Doch der richtige Umgang mit Haustieren sowie das Wissen darum seien wichtig, findet Ministerin Klöckner.

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