Trude Braun zieht ins Langemann-Haus ein 

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Trude Braun – hier mit Monika Besner – wohnt jetzt im Langemann-Haus. Den Großen Saal kennt sie bereits von unzähligen Besuchen der Einrichtung mit den Braunschen Frauen.

Meinerzhagen - Seit einigen Wochen lebt Trude Braun im Wilhelm-Langemann-Haus an der Mühlenbergstraße – und damit genau in dem Gebäude, für das sie sich mehr als ein halbes Jahrhundert lang engagiert hat. 

Trude Braun muss nicht lange überlegen: „Mir gefällt es sehr gut hier. Ich sehe das wie einen Hotelaufenthalt. Ich muss kein Frühstück machen, kein Mittag- oder Abendessen. Und jeden Tag kommen freundliche Mitarbeiterinnen zu mir, die sich um mich kümmern und die für mich da sind.“

Sie gab den „Braunschen Frauen“ ihren Namen – einer Gruppe, die noch heute regelmäßig zu Gast in der Senioreneinrichtung des Perthes-Werkes ist und dort für zusätzliche Abwechslung sorgt. Sommerfeste, Modenschauen, bunte Nachmittage, Karnevalsfeiern, Kaffeetrinken oder die legendären „Mühlenberg-Feste“ – all das ist auch auf ihrem „Mist“ gewachsen. „Und jetzt hat sich der Kreis geschlossen“, ist die 88-jährige auch nach Aufgabe ihres eigenen Haushaltes und nach dem Einzug ins Langemann-Haus mit sich im Reinen.

Trude Braun engagierte sich lange für die CDU, saß für die Christdemokraten im Stadtrat und war auch Mitglied im Sozialausschuss. 1964 wurde das Langemann-Haus eröffnet, schon zu diesem Anlass kam sie mit der Einrichtung in Kontakt. Ein Jahr später rückte sie ins Kuratorium des Hauses auf. Und mehr als 50 Jahre ist es inzwischen her, seit die Braunschen Frauen – als „Kreis junger Frauen“ gegründet – aus der Taufe gehoben wurden.

Eine schier unendlich lange Zeit kennt Trude Braun das Langemann-Haus von ihren „Gastspielen“, bei denen sich ein vertrauensvoller und enger Kontakt zur Heimleiterin Monika Besner entwickelte. Der besteht auch heute noch – auch wenn sich die Voraussetzungen grundlegend geändert haben. Schon seit November 2014 wirkt Trude Braun nicht mehr aktiv in ihrem Frauenkreis mit und auch aus dem Beirat ist sie ausgeschieden. Krankheitsbedingt bewegt sie sich inzwischen im Rollstuhl fort. Und sie hat wahr gemacht, was sie schon lange vorher wusste: „Wenn ich nicht mehr kann, dann komme ich zu euch“, habe ich schon früher immer gesagt. Das habe ich jetzt wahr gemacht.“

Trübsal blasen ist allerdings nicht ihr Ding. Trude Braun hat also kurzerhand auch ihren Stammtisch ins Langemann-Haus verlegt. „Und dabei gibt es dann auch ein Gläschen Wein“, schmunzelt die Seniorin – und Monika Besner ergänzt: „Ganz klar. Hier hört das Leben für die Bewohner doch nicht auf.“ Die Chefin freut sich, dass Trude Braun nun im Langemann-Haus wohnt: „Sie nimmt nun das an, wofür sie selbst viele Jahre lang gearbeitet hat. Aber natürlich macht es auch traurig zu sehen, dass Trude nicht mehr die Macherin ist. In den vergangenen 20 Jahren haben wir ein vertrautes, enges und freundschaftliches Verhältnis zueinander entwickelt, das auf Vertrauen basiert. Und dann kann man sich auch einmal unbequeme Dinge sagen. Wir haben auch schon einige Kämpfe ausgetragen – im besten Sinne.“

Anstrengen darf sich Trude Braun nicht mehr, das hat der Arzt untersagt. Muss sie aber auch nicht. Einfach das machen, wozu sie Lust hat, so lautet ihre Devise. „Und wenn sie mag, geht sie heute zum Beispiel in einen Wohnbereich und singt mit den Leuten. Das hat sie früher als Braunsche Frau schließlich genauso gemacht“, lacht Monika Besner und Trude Braun fügt zufrieden hinzu: „Ich bin jetzt wirklich hier angekommen.“

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