Trotz Bewerberüberschuss bleiben Lehrstellen vor Ort unbesetzt

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Viele Schüler machten sich zu wenig Gedanken darüber, was sie beruflich machen wollen, sagt Stefanie Lüken vom Stadtmarketing Meinerzhagen.

Meinerzhagen/Kierspe - Ausbildungsplätze zu besetzen, fällt auch den Unternehmen vor Ort nicht immer leicht. Das liege auch daran, dass Schüler sich zu wenig Gedanken über ihre Zukunft nach der Schullaufbahn machen, sagt Stefanie Lüken vom Stadtmarketing Meinerzhagen. „Das ist in der heutigen Zeit ein Manko.“

Einblicke in unterschiedliche Berufsbilder erhalten Schüler unter anderem bei der Ausbildungsbörse Oben an der Volme, die zum nächsten Mal am 15. Juni in Meinerzhagen stattfindet. Das Interesse an der Börse sei bei Unternehmen sehr groß, nicht nur in den vier Volmestädten, sagt Lüken. Auch von außerhalb, etwa aus Lüdenscheid, kämen Anfragen von Firmen, die sich dort vorstellen und die Schüler informieren wollen. „Daran merkt man schon, dass die Unternehmen Schwierigkeiten haben, geeignete Bewerber zu bekommen.“

Gerade Lehrstellen im Bereich Handwerk seien schwierig zu vermitteln, auch wegen der Arbeitsbedingen, die mit bestimmten Berufen einhergingen – etwa im Bereich Tiefbau bei Wind und Wetter draußen zu arbeiten, erklärt Lüken. „Eine Ausbildung im Bankwesen oder als Bürokaufmann erscheine Schülern da erstrebenswerter.“ Auch duale Studiengänge seien immer stärker gefragt, würden von den Unternehmen aber auch in größerem Maße angeboten.

Laut Zahlen der Arbeitsagentur im Märkischen Kreis konnten im vergangenen Jahr auch vor Ort nicht alle Lehrstellen vermittelt werden. Im zurückliegenden Ausbildungsjahr 2016/17 waren im Bereich der für Kierspe und Meinerzhagen zuständigen Geschäftsstelle 217 Ausbildungsstellen gemeldet, insgesamt 13 mehr als im Jahr zuvor. Auf diese Stellen gab es 262 gemeldete Bewerber, 14 mehr als im Vorjahr. Auf jeden gemeldeten Bewerber kamen demnach 0,8 gemeldete Ausbildungsstellen.

16 Stellen blieben unbesetzt

Die Zahl der Bewerber, die nicht mit einem Ausbildungsplatz versorgt werden konnten, verdoppelte sich auf zwölf. Dagegen blieben 16 Stellen unbesetzt, eine mehr als im Ausbildungsjahr 2015/16. Auf jeden unversorgten Bewerber kamen damit 1,3 unbesetzte Lehrstellen.

Das Ausbildungsangebot variiert in den einzelnen Branchen. So entfielen die meisten Ausbildungsplätze auf den Bereich Rohstoffgewinnung, Produktion, Fertigung, in dem 87 Stellen angeboten wurden. Dort wurden 14 neue Azubistellen geschaffen. Fünf davon kamen im Bereich Fahrzeug-, Luft-, Raumfahrt- und Schiffbautechnik hinzu, vier in der Maschinenbau- und Betriebstechnik sowie drei in der Feinwerk- und Werkzeugtechnik. Diese Stellen wurden allesamt besetzt. Fünf Azubistellen in der Rohstoff-, Produktions- und Fertigungsbranche blieben allerdings auch unbesetzt.

Nicht besetzt blieben auch sechs Lehrstellen im Bereich Kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb, Tourismus. In dieser Branche wurden 45 Azubiplätze angeboten, fünf mehr als im vorigen Ausbildungsjahr. In einigen Branchen ging die Zahl der angebotenen Stellen auch zurück. Im Bereich Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit sank die Zahl der gemeldeten Lehrstellen deutlich, von 23 auf 14.

Informationen zum Thema Ausbildung gibt es im Berufsinformationszentrum in Iserlohn, Brausestr. 13-15, Tel. 02371 /905273

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