Wenn Akademiker das Haus rocken

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Rockten am Samstagabend das Haus Nordhelle: (von links) Wilfried Lübeck, Alfred Endres und Wilfried Zoermer.

Valbert - Mit Perlen der populären Musik, meist interessant und eigenwillig interpretiert, begeisterte das Trio Rockato am Samstagabend bei einem gut zweistündigen Konzert das Publikum im Haus Nordhelle.

Geschäftsführer Christian Graf begrüßte eingangs die knapp 50 Besucher im Veranstaltungsbereich des Hauses. Anschließend hieß es „Bühne frei“ für den stimmgewaltigen Hagener Fernuni-Professor Alfred Endres und die beiden versierten Gitarristen Wilfried Lübeck und Wilfried Zoermer. 

Der Abend wurde zu einer mitreißenden Reise durch vier Jahrzehnte Rock- und Popgeschichte – eine Zeit, die die drei Musiker hautnah in regionalen Bandprojekten miterlebt haben. Los ging es mit dem Stück „Proud Mary“ der US-Band Creedence Clearwater Revival. Schon der erste Übergang zum Rolling Stones-Werk „Down Home Girl“ zeigte, dass der Rock-Professor am Mikrofon nicht nur singen, sondern auch sehr unterhaltsam von der Musik erzählen kann. Er rezitierte sogar passende Gedichte und Romanpassagen. 

Wilfried Lübeck, viele Jahre leitender Angestellter eines Elektronikkonzerns und von 1963 bis 2014 mit der von ihm gegründeten Band „The Crowns“ unterwegs, sorgte auf der Akustikgitarre für den Rhythmus. Auf der anderen Bühnenseite steuerte Musiklehrer und Grafiker Wilfried Zoermer auf der E-Gitarre immer wieder atemberaubende Saitenakrobatik bei.

Dem Trio geht es bei seinen Auftritten nicht um die originalgetreue Wiedergabe von Hits wie Black Magic Woman (Santana), Nights in White Satin (The Moody Blues), Sultans of Swing (Dire Straits) oder One (U2). Die Musiker beschreiben ihre Coverversionen als „konzertante Variante der Rockmusik“ und hauchen den weltbekannten Originalen mit viel Kreativität und Spielfreude neues Leben ein. 

Prägend war dabei Rockato-Gründer Alfred Endres. Der Professor für Wirtschaftstheorie an der Fernuniversität Hagen packte die altbekannten Songs mit seiner unvergleichlichen Stimme mal kräftig und mal gefühlvoll an. Im gekonnten Zusammenspiel mit den beiden Gitarristen gewannen die Gäste in Haus Nordhelle so ganz neue Eindrücke von den vermeintlich altbekannten Hits. 

Ein besonderes Erlebnis, das allerdings bei einigen Gesangspassagen und der Einbindung der E-Gitarre etwas von der nicht ganz perfekten Wiedergabetechnik der Musikanlage gestört wurde. Den Besuchern war das egal. Es gab ganz viel Beifall für die versierten Rocker, die natürlich um eine Zugabe nicht herumkamen. Ein solches Programm darf es in Haus Nordhelle ruhig öfter geben.

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