Auch Bestatter stellt Corona vor Hürden, doch es gibt erste Lockerungen

Trauernde im Mittelpunkt

Luisa Scherbarth (links) und Janina Czetina zeigen den Abschiedsraum des Bestattungshauses.
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Luisa Scherbarth (links) und Janina Czetina zeigen den Abschiedsraum des Bestattungshauses.

Wenn jemand stirbt, den man liebt, sehr mag oder einem nahesteht, kann das einen völlig aus der Bahn werfen. Sehr belastend können dann zudem die zu treffenden Vorbereitungen für die Beerdigung werden. In Zeiten der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen gilt dies umso mehr.

Meinerzhagen – Und auch für Bestattungsunternehmen – wie das Meinerzhagener Bestattungshaus Theo Eckmann am Hubertusweg 8 – brachte die Corona-Krise große Hürden mit sich. Empathie, Einfühlungsvermögen und Beistand für die trauernden Angehörigen sind das A und O. Aber die Pandemie machte Sicherheitsvorkehrungen und Distanz zum Schutz der Trauernden und der Mitarbeiter unverzichtbar.

Eine Herausforderung

„Das war für uns schwer und eine Herausforderung“, berichtet Janina Czetina, Mitarbeiterin des Bestattungshauses Theo Eckmann. „Denn der persönliche Umgang mit den Trauernden ist das Wichtigste“, betont sie.

Doch im Zuge der kontinuierlich steigenden Impfzahlen und der 3G-Regelungen (geimpft, genesen, getestet) ändert sich diese Situation allmählich. Einige Lockerungen waren bereits möglich – so zum Beispiel bei den Trauerfeiern. Diese müssten nun „nicht mehr nur im engsten Familienkreis stattfinden“, wie Louisa Scherbarth, ebenfalls Mitarbeiterin des Bestattungshauses, erklärt.

Nur kleine Trauerfeiern

War Anfang Januar – also während des Lockdowns – die Teilnehmerzahl bei Trauerfeiern in der Trauerhalle des Bestattungshauses noch auf maximal zehn beschränkt, gilt dieses Limit mittlerweile nicht mehr. Möglich wurde dies durch die 3G-Regeln. Die Pflicht zum Tragen des Mund-Nase-Schutzes (FFP2- oder OP-Maske) gilt aber weiterhin. Maximal bietet die Trauerhalle für 50 Personen Platz – diese dürften theoretisch auch bei einer Trauerfeier dabei sein. Aber: Im Schnitt belaufe sich die Teilnehmerzahl auf ungefähr 25, berichtet Janina Czetina.

Die Trauerfeiern finden entweder in der Trauerhalle des Bestattungshauses oder in der Kapelle auf dem nahe gelegenen Friedhof statt. Auch dort gelten inzwischen die 3G-Bedingungen. Die Beschränkung der Teilnehmerzahl – im Januar betrug diese noch 17 – konnte wegfallen. Die Maskenpflicht besteht in der Friedhofskapelle ebenfalls, am Sitzplatz darf die Maske dann aber abgenommen werden.

Kleine Schritte Richtung Normalität

Durch die Impfzahlen und die 3G-Regeln sind für das Bestattungshaus also kleine Schritte zurück in Richtung einer Art „Normalität“ möglich. „Wir können unsere Arbeit wieder ,vollständiger‘ machen“, betont Janina Czetina. Und für die trauernden Angehörigen seien die gelockerten Bedingungen ebenfalls hilfreich – beispielsweise „auch dadurch, dass im Anschluss an die Trauerfeier und die Beisetzung nun auch wieder in der Gastronomie das Beisammensein bei Kaffee und Kuchen möglich ist“, erklärt Janina Czetina.

Einige Abläufe haben sich aber aus Sicherheitsgründen natürlich noch nicht ändern können. Dies gilt zum Beispiel für den Vorgang der Abholung von an Covid-19 Verstorbenen. Diese werden in einem sogenannten Bodybag – einer nicht transparenten Kunststoffhülle mit Reißverschluss – zum Bestattungshaus überführt.

Versorgung der Verstorbenen

Hinzu kommt, dass die sogenannte hygienische Versorgung des Verstorbenen – die in der Zeit vor Beginn der Corona-Pandemie zum beruflichen Alltag der Mitarbeiter des Bestattungshauses zählte – bisweilen nur unter Einhaltung der empfohlenen Schutzmaßnahmen des Robert-Koch-Institutes (RKI) und nach Rücksprache mit dem vor Ort ansässigen Gesundheitsamt erfolgen kann.

Wie Janina Czetina und Louisa Scherbarth erläutern, gehe es bei dieser hygienischen Versorgung um das Aufhalten von chemischen Prozessen nach dem Tod, um den Hinterbliebenen einen würdevollen Abschied zu ermöglichen, wenn es gewünscht werde.

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