"Ein schlafender Riese"

Tourismus-Arbeitskreis hofft auf Fördergeld

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Rund um die Meinhardus-Schanzen könnte beispielsweise ein touristisches Highlight entstehen.

Meinerzhagen - Mit Fördergeldern zurück zur Touristen-Hochburg: Geht es nach den Mitgliedern des Arbeitskreises „Tourismus“ im Stadtmarketingverein, kann Meinerzhagen schon bald wieder an vergangene Zeiten anknüpfen, als ganze Sonderzüge voller (Wintersport-) Touristen durch die Innenstadt pilgerten. Chancen dafür bietet das Programm „Erlebnis.NRW – Tourismuswirtschaft stärken“, für das sich auch der Stadtmarketingverein interessiert, wie Michael Krause auf MZ-Anfrage erklärte.

Krause ist ausgewiesener Experte in Sachen Tourismus: 20 Jahre war er Geschäftsführer des Freizeit- und Touristikverbandes Märkisches Sauerland. Seit zwei Jahren ist der Meinerzhagener zwar nun im Ruhestand – die Zukunft seiner Heimatstadt als touristisches Ziel verliert er aber nicht aus dem Blick. „Vor Jahrzehnten war Meinerzhagen für Touristen das Tor zum Sauerland – da müssen wir wieder hin“, sagt Michael Krause, der den Tourismus-Arbeitskreis im Stadtmarketingverein leitet. In dem nun ausgelobten Förderprogramm, das offiziell dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) angegliedert ist, sieht er die Möglichkeit, in der Volmestadt zu klotzen statt zu kleckern. Denn: Anders als beispielsweise die Leader-Projekte biete das „Erlebnis.NRW“-Konzept finanziell größere Spielräume.

Stadt müsse aus ihrer Lethargie erwachen

„Damit auch die Kölner nach Meinerzhagen kommen, braucht es schon ein richtiges Highlight“, ist Krause überzeugt. Welches das genau sein könnte, will er indes noch nicht verraten – „ein Konzept wird im Arbeitskreis derzeit erstellt, weitere Ideen sind aber natürlich willkommen“, betont der Arbeitskreisleiter, der sich ausdrücklich Rückendeckung von Rat und Verwaltung erhofft. Denn aus der Lethargie der vergangenen Jahrzehnte müsse die Stadt nun endlich erwachen, so Krause.

Erste Bewerbung bis zum 15. Juli

„Touristisch gesehen ist Meinerzhagen ein schlafender Riese“, sagt der Tourismusexperte. „Mit dem jetzt aufgelegten Förderprogramm haben wir für die kommenden fünf Jahre zum letzten Mal die Chance, das Thema ernsthaft anzupacken.“ Eine erste, stichpunktartige Bewerbung muss dem Projektbüro in Düsseldorf bis zum 15. Juli vorliegen, bis zum Herbst gilt es, ein detailliertes Konzept vorzulegen. 80 Prozent der Projektkosten würden – bei einem entsprechenden Bewerbungserfolg – gefördert, zehn Prozent müssten Sponsoren, weitere zehn Prozent die Kommune übernehmen.

Burg-Aufzug als positives Beispiel

„Altena ist das beste Beispiel dafür, welchen Erfolg ein touristisches Konzept für die Stadt haben kann“, sagt Michael Krause mit Blick auf den Burg-Aufzug. „Auch dort gab es anfangs sehr viel Gegenwind. Aber heute sind alle froh, dass man das Projekt angepackt hat – mit dem Bürgermeister vorneweg.“ Krause weiß um die schwierige Stellung des Themas in den Kommunen des Märkischen Kreises. „Das sind natürlich freiwillige Leistungen, für viele nicht überlebenswichtig. Natürlich können wir nicht verhindern, dass Meinerzhagen schrumpft, aber wir können die abfließende Kaufkraft durch Touristen ausgleichen.“ Nun gelte es, in den entsprechenden Gremien Überzeugungsarbeit für die Bewerbung um das Förderprogramm zu leisten.

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