93.200 Euro für den Tourismus

Bigge und Lister (Foto) haben zweifellos großes touristisches Potenzial. - Archivfoto: Helmecke

Meinerzhagen - Wo einst die Skitouristen die Bahnfahrt aus dem Ruhrgebiet in Kauf nahmen, um die sauerländische Schneelandschaft zu genießen, herrscht heute touristischer Nachholbedarf: In einer Stellungnahme für den Ausschuss für Wirtschafts-, Struktur- und Tourismusförderung werden vor allem im infrastrukturellen Bereich Defizite deutlich.

Von Frank Zacharias

Und die äußern sich offenbar auch in der Zahl der Übernachtungen. Von denen wurden im vergangenen Jahr nur noch 51.589 in Meinerzhagen gezählt. Zum Vergleich: Im Jahr 1992 zählten die größeren Beherbergungsbetriebe stolze 139.873 Übernachtungen und im Jahr 2000 noch 97.564. Der Rückgang auf weit unter 60.000 stellt aber wahrscheinlich noch nicht das Ende des Negativtrends dar. Wie es in der Vorlage heißt, ging die Übernachtungszahl auch von Januar bis September 2014 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,3 Prozent zurück. Einen Hoffnungsschimmer liefern immerhin die privaten Pensionen, die nach Auskunft des Zweckverbands Biggesee-Listersee sehr gut ausgebucht seien – in die Übernachtungsstatistik des Landesamt IT.NRW fließen nur Betriebe mit mindestens zehn Betten ein.

Auch im Verbund „Oben an der Volme“ hat man sich bereits mit dem Thema Tourismus auseinandergesetzt – und auch dort kam man zu dem Ergebnis, „dass viele Freizeit-Infrastrukturen modernisierungsbedürftig sind“, genauso wie viele Einrichtungen im Gastronomie- und Übernachtungsbereich. „Es gibt gute Ideen für örtliche Vorhaben und gemeinsame touristische Projekte“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. „Eher ungelöst bleibt aber die Frage der zukünftigen Finanzierbarkeit (...).“

Dabei nimmt die Stadt Meinerzhagen bereits jetzt für den Tourismus Geld in die Hand: Im Haushaltsplan 2015 sind 20.000 Euro für den allgemeinen Werbeaufwand veranschlagt. Den größten Teil der insgesamt 93 200 Euro für den touristischen Bereich decken Personalkosten in Höhe von 53.300 Euro ab. Hinzu kommen Beiträge an Tourismusverbände wie den Sauerland-Höhenflug, den Sauerland Tourismus oder auch den Zweckverband Biggesee-Listersee, für den allein 15.000 Euro fällig werden. Ein Betrag, der bis ins Jahr 2018 allerdings noch auf 22.080 Euro steigen wird und zehn Prozent der gesamten Zweckverbandsumlage der Städte Attendorn, Olpe, Drolshagen und Meinerzhagen ausmacht.

Noch kein direkter Bestandteil der Tourismusarbeit, aber dennoch zu diesem Thema aufgeführt, ist der Stadtmarketingverein, der im kommenden Jahr 90.000 Euro von der Stadt erhält. Nach dem aktuellen Bericht der Verwaltung ist eine Angliederung des Bereichs „Tourismus“ an das Stadtmarketing durchaus möglich – wenngleich die Räume im Untergeschoss des Rathausgebäudes 3 dafür alles andere als passend erscheinen. Geprüft würden daher auch Flächen in zentraler Stadtlage, die der Stadtmarketingverein nutzen kann.

Kurzum: Auf dem Weg hin zu einem Magneten für die Touristen bleibt für Meinerzhagen im Besonderen, aber auch für die gesamte Region „Oben an der Volme“, viel zu tun – und vermutlich auch zu zahlen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare