Kompetenzteam legt Ausschuss Tourismuskonzept vor

Auch der „Balkon zum Sauerland“ an der Schanze ist in der Ideenliste enthalten. - Grafik: ASS

Meinerzhagen - Wenn es um touristische Angebote geht, ist Meinerzhagen der Vorreiter im Oberen Volmetal – das wird beim Blick in das Freizeit- und Tourismuskonzept deutlich, das am Montag dem Haupt- und Finanzausschuss vorgelegt wurde.

Ein achtköpfiges Kompetenzteam aus Fachleuten der vier Städte und Gemeinden listet darin Angebote, Resonanz und Möglichkeiten auf.

Nur ein Problem bleibt ungelöst: das der Finanzierbarkeit. Und dieses Problem ist groß – denn die Ideen, die zu einer Belebung des Tourismus allein in Meinerzhagen führen können, sind umfangreich:

Genannt wird etwa ein „Freizeit- und Aktivzentrum“ rund um die Meinhardus-Schanzen oder auch die Sanierung der Altstadt mit nostalgischen Leuchten, angestrahlten Gebäuden oder gemütlichen Plätzen.

Auch ein Otto-Fuchs-Museum, der Ausbau der Jugendherberge zu einer „Vier-Sterne-Jugend-Sportherberge“ oder der Anbau eines Drei-Sterne Business-Hotels an die Stadthalle werden genannt.

Komplettiert wird die Vorschlagsliste unter anderem durch die Öffnung des ehemaligen Atombunkers für Touristen, die Professionalisierung der Lister-Badestrände und durch die Qualifzierung Meinerzhagens als Kurort. Und: Einmal mehr wird auch der „Balkon zum Sauerland“ als Aussichtsplattform mit Aufzug und Höhepunkt einer Wanderung als Möglichkeit genannt, Touristen in die Volmestadt zu locken.

Wenngleich der Haupt- und Finanzausschuss gestern nicht über das Konzept abstimmen, sondern dieses nur zur Kenntnis nehmen musste, lobt die Verwaltung das 89-seitige Werk als „Bestandserfassung mit konkreten Verbesserungsvorschlägen“ – mit dem Ergebnis, dass viele Angebote und Einrichtugnen modernisierungsbedürftig sind. Nur die Finanzierung bleibt offen.

„Alle Teilnehmer des Kompetenzteams sind sich einig, dass gerade die Finanzierung zusätzlicher Vorhaben mit öffentlichen Mitteln schwierig ist“, heißt es unter dem entsprechenden Punkt 17 des Freizeit- und Tourismuskonzepts.

Sämtliche vier Kommunen des Zusammenschlusses „Oben an der Volme“ müssten sich über die Verteilung der Kosten verständigen – und auch die Beteiligung der Privatwirtschaft und die Gewinnung von Sponsoren zur Realisierung einzelner Projekte in Erwägung ziehen. Fördermöglichkeiten durch Programme wie „Leader“ oder „Eler“, dem Europäischen Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raumes.

Dass gerade Meinerzhagen in Sachen Tourismus Potenzial besitzt, zeigen bereits die Gästezahlen aus dem Jahr 2012, die das Kompetenzteam für das Konzept abgefragt hat: Von den rund 36 500 Gästen, die vor zwei Jahren oben an der Volme gezählt wurden, hielten sich 71 Prozent (25 760) in Meinerzhagen auf.

Die Zahl der Übernachtungen lag in der Stadt der Volmequelle bei 60.222 – von insgesamt 87.955 im gesamten Volmegebiet. Dies äußert sich freilich auch in der Zahl der Übernachtungsangebote, von denen es in den vier Orten Meinerzhagen, Kierspe, Halver und Schalksmühle 79 gibt.

Es handele sich aber fast durchweg um kleinere und nicht zertifizierte Betriebe und entsprächen nicht den Standards, die heute von reiseerfahrenen Touristen und Geschäftsleuten verlangt würden, wie es in dem Konzept heißt. Jeder Ort benötige daher mindestens ein repräsentatives Drei- oder Vier-Sterne-Hotel.

Als positiv nennt das Kompetenzteam die Bemühungen am Haus Nordhelle, in die Zukunft zu investieren (wir berichteten mehrfach). Darüber hinaus gelte es, die Jugendherberge am Eigangsportal zum Sauerland Höhenflug dringend zu erhalten. - zach

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