„Top-Ten-Hauptschule“ muss neue Wege gehen

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Schulleiterin Petra Linge-Stühn ehrte einige Jugendliche für ihr soziales Engagement. ▪

MEINERZHAGEN ▪ 65 Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftshauptschule nahmen am Donnerstag im Rahmen einer Feierstunde ihre Abschlusszeugnisse entgegen.

30 Prozent von ihnen (acht Prozent mehr als im Vorjahr) haben bereits einen Ausbildungsplatz. 25 Schüler haben sich für eine schulische Weiterbildung an einem Berufskolleg entschieden. Drei wechseln in die gymnasiale Oberstufe der Gesamtschule. Und nur drei sind ohne Abschluss. „Natürlich können wir damit noch lange nicht zufrieden sein, aber es sieht so aus, als seien wir auf einem guten Weg. So hat der Geburtenrückgang in Deutschland für Euch auch sichtbare Vorteile,“ kommentierte Schulleiterin Petra Linge-Stühn diese Zahlen.

In ihren Ansprache ging die Schulleiterin auch auf die kontroverse öffentliche Diskussion zur Schulentwicklung ein. In keiner Schulform habe es in den vergangenen Jahren so viel Unruhe gegeben: „Seit 2005 gab es sage und schreibe zehn Schulrechtsreformen.“ Dennoch habe man ungeachtet aller politischen Irrungen und Wirrungen in aller Ruhe mit guten pädagogischen Konzepten weiter gearbeitet. „Wir haben unsere Leistungsfähigkeit bewiesen und unsere erfolgreiche Arbeit wurde durch die Qualitätsanalyse der Bezirksregierung Arnsberg offiziell bestätigt, für die die Hauptschule Meinerzhagen zu den „Top Ten“ zählt,“ sagte Linge-Stühn, und weiter: „Die Qualitätsprüfer haben uns bescheinigt, dass bei uns guter, schülerorientierter Unterricht gemacht wird, der die Schüler in ihrer Selbstlernfähigkeit stärkt, die individuelle Förderung uns allen ein Anliegen und ein erfolgreiches Modell ist und dass wir eine gut funktionierende Lerngemeinschaft mit einem guten Arbeitsklima für jeden sind, in der die Verbundenheit und Identifikation aller Beteiligten mit der Schule, ihren Werten und Zielen deutlich spürbar ist. Aber wenn eine Schulform trotzdem in der Öffentlichkeit und damit auch bei den Eltern keine Akzeptanz mehr findet, muss man neue Wege gehen und gemeinsam neue Perspektiven entwickeln.“

Wohin dieser Wege führen werde, ob Verbundschule oder Gemeinschaftsschule, sei noch ungewiss. Noch seien viele Fragen offen, viele aufkommende Probleme und deren Lösungen seien an höherer Stelle noch nicht zufriedenstellend durchdacht, merkte die Schulleiterin an. „Ob es nur eine Namensänderung für eine neue Schulform oder inhaltliche, konzeptionelle Veränderungen geben wird, hängt in starkem Maße von den politischen Entscheidungen, aber auch von unserem Engagement für diese neuen Modelle ab. Gewiss ist, dass wir auch diese Herausforderungen erfolgreich meistern werden. Der Zusammenhalt der Schulgemeinde, die Teamfähigkeit und Kooperation wird weiterhin zu den wichtigsten Leitgedanken und Kompetenzen an dieser Schule zählen.“

Zu mehr Gelassenheit in dieser Diskussion rief Bürgermeister Erhard Pierlings in seiner Ansprache auf. Zunächst sei man bei einer Standortbestimmung. Noch gebe es genügend Klassen, und seitens des Schulträgers sei man vor allem bestrebt, den Schülern auch weiterhin ein gutes pädagogisches Angebot zu sichern und die Schulen so gut wie eben möglich auszustatten. Den Schülern riet er, ihre Ressourcen und Fähigkeiten für ein erfolgreiches und glückliches Leben auszuschöpfen. Die Rahmenbedingungen seien zurzeit besser als in den vergangenen Jahren.

Weitere Grußworte sprachen die Schulpflegschaftsvorsitzende Simone Riedel und Pastorin Petra Handke, die den Schülern wünschte, alle Zeit durch Gott gut behütet zu sein. Umrahmt wurde die Veranstaltung musikalisch von der Schulband, dem Schulchor und den Rappern „Sam und Arif“. Die Schulabgänger unterhielten mit einer witzigen Fotocollage und die Klasse 9b präsentierte Akrobatik. ▪ luka

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