Tollwut und Schweinepest : Impfung ist ratsam

Haustiere sollten weiter gegen Tollwut geimpft werden – dazu raten Experten dringend.

MEINERZHAGEN ▪ Meinerzhagen – Stadt im Grünen. Die idyllische Landschaft hat viele Vorteile, doch sie birgt auch Gefahren.

Tollwut und Schweinepest zum Beispiel sind Krankheiten, die von Wildtieren auf Haustiere übertragen werden können. Seit Ende der 80-er Jahre war vor allen Dingen die Tollwut eine latente Gefahr – und das auch für Menschen. Dieter Sinn, Amtstierarzt beim Märkischen Kreis, gibt hier jedoch vorsichtig Entwarnung: „Der letzte Fall ist 2006 aufgetreten, seit 2008 gelten wir als tollwutfrei.“ Vorsicht ist dennoch geboten, Haustiere sollten unbedingt weiter gegen die tückische und tödliche Virusinfektion geimpft werden. „Die vom Fuchs übertragene Tollwut gilt in Deutschland als ausgerottet – das trifft aber nicht auf die so genannte Fledermaustollwut zu“, warnt Sinn. Die wurde 2009 nämlich noch neunmal diagnostiziert und auch in diesem Jahr wurde bereits ein Fall amtlich. „Das ist ein Riesenproblem, weil die Gefahr eindeutig unterschätzt wird“, weiß Sinn. Er rät Tierhaltern unbedingt dazu, ihre „Lieblinge“ durch den „unproblematischen“ Impfstoff zu schützen. „Auch aus dem Ausland mitgebrachte Hunde können Tollwut einschleppen, das ist zuletzt Weihnachten 2009 in einem benachbarten Bundesland passiert. Die Krankheit ist bei diesem Tier dann 2010 ausgebrochen“, erläutert der Amtstierarzt. Impf-Nachweise, so Sinn weiter, seien darüber hinaus auch erforderlich, wenn das Haustier mit ins Ausland genommen werden soll.

„NRW schaut auf uns“

Und noch eine Gefahr lauert in Meinerzhagener Wäldern: die Schweinepest. Gegen diese Krankheit wird auf dem Gebiet der Volmestadt weiter geimpft, auch wenn zurzeit kein Fall in hiesigen Gefilden bekannt geworden ist. „Ganz Nordrhein-Westfalen schaut jedoch gebannt auf uns“, ist Sinn überzeugt. Der Grund: Im Rhein-Sieg-Kreis wurde das Virus bei Wildschweinen nachgewiesen. Zwar ist die Krankheit für Menschen laut Sinn „absolut ungefährlich“ – sollte sie jedoch hierzulande ausbrechen, wären auch riesige Bestände von Hausschweinen, beispielsweise im Münsterland, gefährdet. Bis Entwarnung gegeben werden kann, gilt auch für heimische Jäger: Erlegte Wildschweine müssen in die Wildkammer des Kreises gebracht werden. Hier werden Proben entnommen. Erst wenn die negativ sind, wird das Fleisch freigegeben. ▪ beil

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