Der Winter ist eine harte Zeit für Vögel

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Eine Schar Stare ließ sich im Vogelhaus von Günter Lüsebrink nieder – der MZ-Leser hielt das Schauspiel mit der Kamera fest.

Meinerzhagen – Sie können nicht nur wunderschön „singen“, sie sind auch ausgesprochen gesellig – Letzteres konnte auch MZ-Leser Günter Lüsebrink feststellen, als sich eine muntere Schar Stare an seinem Vogelhaus im Garten einfand.

Tatsächlich bleiben seit ein paar Jahren einige der gefiederten Multitalente, denn bekannt sind Stare auch dafür, dass sie die Stimmen anderer Vogelarten perfekt imitieren können, auch im Winter in den heimischen Gärten, weiß auch Pia Sperber, die Vorsitzende des heimischen Tierschutzvereins. Wenn es mild sei, so wie im Augenblick, würden sie nicht weit wegfliegen. Dann gilt für die Tiere, ebenso wie für ihre gefiederten Artgenossen: Futterstellen sind willkommen. 

Ob Wildvögel wie Meisen, Amseln und Rotkehlchen nur bei Frost und Schnee oder ganzjährig gefüttert werden sollen, darüber gehen die Meinungen auseinander, berichtet die Tierschutzexpertin. Sie gehöre zu denjenigen, die Vögel das ganze Jahr über füttere, berichtet Pia Sperber. Gerade der Winter sei für die Vögel eine besonders harte Zeit. Bei Frost und Schnee verbrauchen die Tiere sehr viel Energie, um ihre relativ hohe Körpertemperatur von etwa 43 Grad aufrecht zu erhalten. Wichtig: Wer mit dem Füttern beginnt, sollte es auch konsequent und täglich bis zum Ende des Winters tun. Die Vögel verlassen sich auf ihre Futterplätze und könnten sonst in kürzester Zeit verhungern.

Auch der Naturschutzbund (NABU) rät im Winter zur Fütterung. Denn um satt zu werden, müssen die gefiederten Tiere heute viel länger nach etwas Essbarem suchen. Beeren, Obst, Kräuter und Gräser gibt es im Winter nicht mehr so häufig – und ebenso auch Insekten. Selbst im Sommer sei das so, auch wenn etwa Wildblumenwiesen zum Schutz von Bienen und Co. vermehr angelegt würden. In Vorgärten finde man trotzdem häufig Splitt und einen Blumenkübel. „Da findet eine Meise kein Moos, an dem sie zupfen kann. Da krabbelt dann auch nicht viel.“ 

Bei Pia Sperber finden Vögel daher das ganze Jahr über eine Futterstelle. Sie empfiehlt eine Mischung aus Sonnenblumenkernen, Nüssen und Eiweißproteinen. Nüsse enthielten viel Fett, was wichtig sei. Meisenknödel seien ebenso gut. Pia Sperbers Tipp: „Meisenknödel zerhacken“. Das freut die Weichfutterfresser Rotkehlchen und Amseln, die sich nicht so gut an den runden Knödeln festhalten können. Pia Sperber setzt zudem beim Futterkauf auf tierische Eiweiße, getrocknete Mehlwürmer und Larven. „Wenn Meisen könnten, würden sie ja auch im Winter nach Würmern picken.“ 

Die Futterhäuschen sollten zwar frei stehen, damit sich nicht etwa Katzen in der Nähe verstecken und auf Vogeljagd gehen können, die Futterstätten sollten aber unbedingt vor Wind und Nässe geschützt sein. Wird das Futter feucht, verdirbt es und kann für Kleiber und Co. gefährlich werden. Wer ein Futterhaus kaufe, solle nicht nur auf die Optik achten. Futtersilos seien beispielsweise empfehlenswert. „Vögel sollten nicht mit Brot gefüttert werden“, warnt Pia Sperber. Aufgeschnittenes Obst wie Äpfel oder Birnen könnten Vogelfreunde dagegen den Weichfutterfressern Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Star und Amsel anbieten.

Vögel zu beobachten, wenn sie sich an den Futterplätzen ein Stelldichein geben, das sei besonders für Kinder interessant. Ihnen könne auf diese Weise die Natur näher gebracht werden. „Wenn man nicht weiß, was für ein Vogel gerade im Vogelhäuschen sitzt, kann man doch einfach mal im Buch oder im Internet suchen“, lautet Pia Sperbers Tipp für den Biologie-Unterricht zuhause.

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