Tierschützer vermitteln weiter

Corona, Hunde und Katzen

Sieben Hunde versorgen Pia Sperber und ihre Kolleginnen vom Tierschutzverein zurzeit in der Auffangstation in Listerhammer.
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Sieben Hunde versorgen Pia Sperber und ihre Kolleginnen vom Tierschutzverein zurzeit in der Auffangstation in Listerhammer.

Corona und Katzen? Das eine scheint mit dem anderen nichts zu tun zu haben. Oder gibt es doch einen Zusammenhang?

Meinerzhagen – Es scheint so: Weil aus Gründen des Infektionsschutzes die sozialen Kontakte radikal reduziert werden, springen oft vierbeinige Lebensgefährten ein, die diese Lücke füllen. Zu spüren ist das auch in der Auffangstation des Tierschutzvereines Meinerzhagen/Kierspe in Listerhammer. Nur 20 Katzen werden dort momentan beherbergt. Viel weniger als zu „normalen“ Zeiten.

Viele Vermittlungen

Mit der Katze oder dem Hund am Kaminofen kuscheln – das ersetzt den großen Freundeskreis an der Kaffeetafel zumindest ein wenig. Und so läuft das Tagesgeschäft in Listerhammer in ruhigen Bahnen ab, weil eben weniger tierische Schützlinge in der Auffangstation leben, viele wurden vermittelt.

Lediglich der Bestand an Hunden ist etwa gleich geblieben, sieben Tiere befinden sich zurzeit in der Obhut der TSV-Vorsitzenden Pia Sperber und ihrer ehrenamtlichen Kolleginnen.

Am Thema „Corona“ kommen die heimischen Tierschützer aber nicht ganz vorbei. Denn es gibt auch einen gegenteiligen Effekt: Einige Katzen wurden während der Pandemie sogar an den TSV abgegeben. Und dabei hat Pia Sperber eine Beobachtung gemacht, die – rein subjektiv – mit der Pandemie zu tun hat: „Es ist schon auffällig, dass die Besitzer in mehreren Fällen selbst psychische Probleme als Grund für die Trennung von ihrem Haustier angegeben haben. Das könnte natürlich mit Corona zu tun haben“, überlegt Pia Sperber.

Treue Spender

Einige Tierheime sind inzwischen in große finanzielle Not geraten, weil dringend benötigte Einnahmen weggebrochen sind. Feste, Tage der offenen Tür oder andere Veranstaltungen, bei denen Geld eingenommen wurde, konnten und können nicht mehr stattfinden. Pia Sperber ist da allerdings etwas besser dran. Sie kann sich auf treue und neue Spender verlassen: „Wir haben nach wie vor ein Spendenaufkommen, die Menschen denken an uns“, freut sie sich.

Häufig wird Futter oder Spielzeug für die Tiere persönlich in Listerhammer abgegeben, natürlich kontaktlos. Doch weniger Einnahmen muss auch der heimische Tierschutzverein bilanzieren. Pia Sperber: „Unsere Jugendgruppe trifft sich aus Gründen des Infektionsschutzes nicht mehr. Dadurch fällt zum Beispiel auch der Waffelverkauf weg, der Einnahmen gebracht hat“, erläutert sie.

Kontaktlos zur Wunsch-Katze

Was weitergeht, ist die normale Arbeit, bestehend aus Vermittlung, Annahme von „Notfellen“ und die Pflege der tierischen Bewohner. Und es ist sogar immer noch möglich, sich seine Wunsch-Katze persönlich auszusuchen – auch wenn die Auffangstation geschlossen ist. Die Begegnung findet dann unter Beachtung der Hygiene-Vorschriften statt. „Bisher hat das Wetter auch einigermaßen mitgespielt, sodass wir das vor dem Haus abwickeln konnten“, hofft Pia Sperber, dass es auch an den kommenden Tagen keine Katzen und Hunde regnet.

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