Die Situation im Tierheim

„Corona-Tiere“? Fehlanzeige!

Pia Sperber und ihre „Rasselbande“. Ein Hund, der wegen der Pandemie abgegeben wurde, ist nicht darunter.
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Pia Sperber und ihre „Rasselbande“. Ein Hund, der wegen der Pandemie abgegeben wurde, ist nicht darunter.

„15 Katzen, fünf Kaninchen und acht Hunde.“ Pia Sperber, die Vorsitzende des Tierschutzvereines Meinerzhagen/Kierspe, zieht Bilanz und kommt zu dem Schluss: „In unserer Auffangstation in Listerhammer ist es relativ leer. Wir hätten durchaus noch Kapazitäten – und damit ist die Situation bei uns entgegen den Trend.“

Meinerzhagen – Der Deutsche Tierschutzbund schlägt in der Tat Alarm: „Die von Tierschützern befürchtete Abgabewelle von ,Corona-Tieren’ zeichnet sich langsam ab: Immer mehr Tierheime nehmen Tiere auf, die während der Pandemie unüberlegt im Internet, beim Züchter oder im Zoofachhandel angeschafft wurden. Auch der illegale Welpenhandel, der durch die Corona-Krise einen Aufschwung erfuhr, führt mancherorts zu überfüllten Tierheimen.“ Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, ist deshalb pessimistisch: „Die aktuelle Entwicklung lässt uns mit Sorge in die Zukunft blicken“, sagt er.

Aktuelle Situation ist entspannt

Was um sie herum passiert, hat auch Pia Sperber im Blick. Und auch wenn die aktuelle Situation in Listerhammer wirklich keinen Grund zur Sorge gibt, ist sie nicht ganz überzeugt davon, dass das so bleibt: „Es können jederzeit mehr Fundtiere kommen. In Spitzenzeiten haben wir in unserer Auffangstation schon bis zu 40 Katzen auf einmal beherbergt“, kennt sie Situationen, in denen sogar ein Annahmestopp verhängt werden musste.

Im Moment betont die Meinerzhagener Tierschützerin allerdings: „Hier bei uns ist noch nichts angekommen. Corona-Pandemie? Davon haben wir hinsichtlich unseres Bestandes gar nichts gemerkt.“

Eher Großstädte betroffen

Pia Sperber glaubt, dass die „Abgabewelle“ eher Tierheime in Großstädten betrifft: „Im ländlichen Raum, wie bei uns, konnte man während der Pandemie gut rausgehen. Das war in Städten anders.“ Dass die Situation sich vielleicht schon bald verschärfen könnte, damit rechnet sie trotzdem: Wir stellen jedes Jahr fest, dass sich unsere Auffangstation nach den Sommerferien besonders mit Katzen füllt. Das wird auch diesmal wieder so sein. An Corona liegt das aber wohl kaum.“

Langeweile habe man zurzeit allerdings nicht. Pia Sperber beschreibt, womit sie und die anderen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen beschäftigt sind: „Wir haben den Hof vor der Auffangstation gepflastert, da gibt es noch viel zu tun. Und bei diesem Wetter sprießt das Unkraut an allen Ecken und Enden“, fügt sie hinzu.

Vor dem Besuch Anmeldung nötig

Trotz der Pandemie ist die Auffangstation in Listerhammer übrigens geöffnet. Allerdings bittet Pia Sperber darum, dass sich Besucher telefonisch anmelden. Die Station ist zu erreichen unter der Rufnummer 0 23 54/70 65 97. Aber einfach „nur so“, also zum Gucken, wird niemand in die Station eingelassen. Es braucht schon einen triftigen Grund, etwa die Absicht, ein Tier zu „adoptieren“.

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