Tiere als Weihnachtsgeschenke - Tierschutzverein rät zur Vorsicht

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Schnatz (rechts) und Bertha verstehen sich gut. Vielleicht finden auch sie vor oder nach den Feiertagen ein neues Zuhause.

MEINERZHAGEN - Schnatz und Bertha geht es gut. Spielen, fressen und miauen – damit verbringen die jungen Katzen den ganzen Tag. Zum ganz großen Glück fehlt ihnen jetzt nur noch eine Pflegefamilie, denn die beiden Samtpfoten leben in der Auffangstation des Tierschutzvereines in Listerhammer.

Dort ändert sich das Leben in der Vorweihnachtszeit weder für die zwei- und vierbeinigen Pflegetiere noch für die Mitarbeiterinnen gravierend. Und doch sind diese Wochen speziell. Denn: Tiere, vorzugsweise ganz junge, landen zum Christfest durchaus auf dem Gabentisch. „Momentan ist es noch ruhig im Vermittlungsgeschäft, aber wenn Anrufe kommen, dann erfahrungsgemäß in den letzten zwei Wochen vor dem Fest“, weiß Pia Sperber, Vorsitzende des heimischen TSV. Damit rechnet sie auch in diesem Jahr. 

Sperbers Gefühle sind dann zwiespältig, weil sich Tiere eigentlich nicht als Geschenke eignen. Bewusst wurde vom heimischen Tierschutzverein aber kein Vermittlungsstopp in der Advents- und Weihnachtszeit verhängt – anders, als in anderen Einrichtungen dieser Art. Doch Pia Sperber weiß, dass einige wichtige Dinge beachtet werden sollten, wenn beispielsweise Eltern mit dem Gedanken spielen, ihrem Nachwuchs ein Tier aus dem Heim zu schenken: „Wir empfehlen dann dringend, die Kinder ihr Tier selbst aussuchen zu lassen. Es ist ratsam, zuerst das Zubehör zu kaufen und dann – vielleicht nach Weihnachten – mit dem Nachwuchs zu uns zu kommen und eine Auswahl zu treffen.“

Berücksichtigen sollten die neuen Besitzer bei ihrer Entscheidung dann auch die Folgekosten. Für eine Katze summieren sich Tierarzt-Honorare, Futter, Streu und Zubehör im Jahr unter Umständen auf eine Summe im vierstelligen Bereich. Sperber: „Das muss man wissen.“ 

Katzen und Hunde finden in Pflegefamilien häufiger ein neues Heim – bei Kleintieren ist das anders. 14 Mäuse, ein Hamster und sogar eine Wachtel sind in Listerhammer zurzeit untergebracht. „Wenn wir nach einer Vermittlung Rückläufer haben, dann meist in diesem Segment“, hat Pia Sperber beobachtet. Sie rät Eltern: „Wenn sich das Kind eine Katze gewünscht hat, macht es keinen Sinn, quasi als Kompromiss einen Hamster anzuschaffen. Das geht meistens schief.“

Zurzeit leben im Tierheim in Listerhammer 30 Katzen, die meisten im „Halbwüchsigen-Alter“. Außerdem warten neun Hunde auf ein neues Zuhause. Wer für die Auffangstation spenden möchte, die IBAN lautet: DE 51 4585 1665 0004 5013 75, Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen.

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