Tierschützer erbost über Verdächtigungen

Anonymer Briefeschreiber tritt „Lawine“ los

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Auch in Meinerzhagen sorgt ein anonymer Briefeschreiber weiter für Angst unter den Tierhaltern. 

Meinerzhagen - Die Emotionen schlagen hohe Wellen. Seit ein anonymer Briefeschreiber am 9. Februar – zumindest indirekt – angekündigt hat, Hunde zu vergiften, geht beim Tierschutzverein die Post ab.

„Wir sind sogar schon selbst beschimpft worden, weil Leute anscheinend tatsächlich glauben, dass dieser Brief von uns stammt“, berichtet Pia Sperber, Vorsitzende des Tierschutzvereines Meinerzhagen/Kierspe.

Rückblick: Am 9. Februar ging bei den heimischen Tierschützern ein Brief ein, in dem die „Freunde der Kleintiere und Singvögel, Kuckuckswald 788, Kierspe“, ankündigten, am 15. Februar aktiv zu werden. Der Grund wurde gleich mitgeliefert: „Wir haben die Schnauze voll von diesen dämlichen Hundebesitzern, die ihren blöden Kötern nicht beibringen können, nicht in Hauseinfahrten und Garageneinfahrten zu scheißen“. Man werde geeignete Maßnahmen ergreifen, hieß es.

Pia Sperber findet diese Ankündigung alles andere als lustig. Dass es aber tatsächlich Menschen gibt, die den Tierschutzverein mit diesen Drohungen in Verbindung bringen, macht sie fassungslos: „Statt solche Verdächtigungen zu äußern, sollten sich diese Leute, die wohl zu viel Zeit haben, besser aktiv für den Tierschutz engagieren oder andere sinnvolle Aufgaben in der Gesellschaft übernehmen.“ Tatsächlich, so Sperber, habe man Reaktionen aus dem ganzen Land, „von Hamburg bis Bayern“ registriert. „Das Telefon stand nicht mehr still.“

Dass die Diskussion nun wieder auf eine sachliche Ebene zurückfindet, wünschen sich auch die Tierschützer aus Meinerzhagen und Kierspe. Pia Sperber: „Es wurde uns berichtet, dass in Hardenberg angeblich ein Hund vergiftet worden sei. Dabei gibt es dafür keine Beweise. Hunde können beispielsweise Ratten fressen, die Giftköder geschluckt haben, und sich so selbst vergiften. Es ist natürlich auch möglich, dass Tiere die Köder aufgenommen haben, die Grundstücksbesitzer eigentlich Ratten zugedacht hatten.“ Fakt ist: Bei der Polizei in Meinerzhagen liegt keine Anzeige eines Hundehalters gegen Unbekannt vor.

Bei Facebook scheint sich die Diskussion um den anonymen Brief und seinen Schreiber inzwischen verselbstständigt zu haben. Einige User posten sogar Konkretes: „Die oder der machen es überall in Meinerzhagen und Kierspe...“, oder „...es war Sheba oder Cesar und dann in den Dosen Rattengift untergemischt“. Es gibt sogar Angebote, dabei zu helfen, „die Kreatur, die das Gift auslegt, fertigzumachen“.

Pia Sperber hat kein Verständnis für diese Drohungen: „So etwas macht man nicht.“ Sie konzentriert sich mit ihrem Team lieber darauf, Taten sprechen zu lassen und sich weiterhin für den Tierschutz einzusetzen. „Solche Reaktionen kann man wahrscheinlich nicht verhindern. Wir appellieren auf jeden Fall, sofort zu handeln, wenn ein Tierhalter den Verdacht hat, dass sein Hund oder seine Katze Gift gefressen hat. Dann ist es unbedingt erforderlich, dass sofort ein Tierarzt aufgesucht wird.“ Einigen Verfassern von Posts in sozialen Netzwerken gibt sie noch das mit auf den Weg: „Wir raten, zuerst in der MZ oder auf come-on.de nachzulesen, was wirklich passiert ist. Erst dann bin ich doch objektiv informiert.“

Gegenüber der Redaktion, die von dem anonymen Briefeschreiber seit einiger Zeit ebenfalls mit Pamphleten eingedeckt wird, gaben die „Freunde der Kleintiere und Singvögel“ übrigens bekannt, dass sie die für den 15. Februar 2017 geplante „Aktion“ nun verschoben haben – auf den 15. Februar 2037.

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