In der Auffangstation wird’s langsam eng

Auch Floh und Milli möchten gern in ein neues Zuhause umziehen. - Foto: Beil

MEINERZHAGEN - Floh und Milli sind sieben Wochen alt. Die Kätzchen finden inzwischen, dass sie deutlich zu alt für das Milchfläschchen sind.

Von Jürgen Beil

Fleisch in Form von handelsüblichem Katzenfutter ist ihre neue Leidenschaft – wie es sich für Raubtiere halt gehört. Dass sie in einer WG mit zwei winzigen Wüstenmäusen leben, stört die beiden Rabauken wenig. Erstens ist der Futternapf immer gut gefüllt und zweitens verbringen die beiden Nager den lieben langen Tag sicher hinter dickem Glas, in ihrem Terrarium.

Alltag in der Auffangstation des heimischen Tierschutzvereines in Listerhammer. Gerade zur Zeit der Sommerferien platzt die Einrichtung aus allen Nähten, so wie momentan. „Es wurden besonders viele Katzen abgegeben, um die wir uns nun kümmern und die wir gern vermitteln würden“, wendet sich TSV-Mitarbeiterin Susanne Weiland hilfesuchend an die MZ-Leser. Unter den Vierbeinern, die auf ein neues Heim hoffen, sind natürlich auch Floh und Milli.

Wegen der Ferienzeit ausgesetzte Tiere gibt es in der Auffangstation nicht. Dafür aber umso mehr, die abgegeben wurden. „Die haben Menschen aufgegriffen, weil sie herrenlos waren“, erklärt Weiland. „In einem Fall hat eine ältere Dame eine Katze gefüttert – und irgendwann stand das Tier dann mit vier Jungen vor dem Napf“, erläutert die Tierschützerin. Das Ende vom Lied: Die Katze wurde samt Nachwuchs in die Obhut des TSV gegeben.

In Listerhammer ist es inzwischen so voll, dass nur noch in Notfällen eine Aufnahme erfolgen kann. Knapp 40 Katzen zählen zu den „Hausgästen“, sie sind zwischen sieben Wochen und zwölf Jahren alt. Wer eine von ihnen aufnehmen möchte, kann sich unter Tel. (0 23 54) 70 65 97 (vormittags) an den TSV wenden und einen Termin ausmachen. Außerdem sind Spenden natürlich herzlich willkommen. Wer helfen möchte, kann Geld auf das Konto des Tierschutzvereines Meinerzhagen/Kierspe, BLZ 45851665, Kto. 4501375, überweisen. Ehrenamtliche Helfer sind ebenfalls willkommen, denn eine Menge Arbeit wartet.

Neben den Katzen gibt es weitere Tiere, deren Überleben vom persönlichen Einsatz und dem Geld der Tierschützer abhängt. In der Auffangstation sind zurzeit auch drei Hunde, vier Chinchillas, drei Degus (eine in Chile heimische Nagetierart) und fünf Ratten untergebracht. Darunter ist auch ein tragischer Fall: Jagdhund Wacker. Er hatte – vorsichtig formuliert – kein gutes Leben und blüht nun im Tierheim auf. Trotzdem soll er möglichst schnell in „gute Hände“ vermittelt werden. „Er ist sehr lieb, verträgt sich allerdings nicht mit Katzen und Kleintieren“, erläutert Helferin Anja Krogull.

Schon bald muss sich der Mitarbeiterstab übrigens um weitere kleine Kätzchen kümmern. Ein Katze – ebenfalls abgegeben – steht kurz vor der Geburt. Floh und Milli werden also Gesellschaft bekommen – was nicht weiter stören wird. Eng ist doch irgendwie auch gemütlich...

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