Tierschützer retten „tapferes Schneiderlein“

Das „tapfere Schneiderlein“ hat sich inzwischen erholt. Sehen kann der Kater allerdings nur Dinge in einer Entfernung von bis zu 40 Zentimetern. - Foto: TSV

Meinerzhagen - Jedes Jahr lässt der Tierschutzverein Meinerzhagen/Kierspe etwa 40 Katzen kastrieren. 80 Euro kostet das im Durchschnitt pro Eingriff.

Zurzeit leben sage und schreibe 14 Hunde im Tierheim in Listerhammer, hinzu kommen 23 Katzen und „Exoten“ wie die vier Hängebauchschweine, die bekanntlich Dauergäste sind.

Die Grenze ist erreicht

Tierarzt-Kosten, Futter, Öl für die Heizung und Ausgaben für die Instandhaltung des Gebäudes – „wir haben die Grenze dessen erreicht, was wir leisten können“, erläutert die TSV-Vorsitzende Pia Sperber.

Ohne die ehrenamtliche Arbeit der vielen Helferinnen wäre die Einrichtung längst nicht mehr zu halten. Doch von Aufgeben ist keine Rede. Momentan ist das alles noch zu leisten, finanziell und personell.

Und das ist ein Glück, besonders für bedauernswerte Geschöpfe wie das „tapfere Schneiderlein“. „Der junge Kater lag sehr krank am Straßenrand. Ein Ehepaar fand den kleinen Kerl und brachte ihn zu uns. Er war zu der Zeit etwa zehn Wochen alt und hatte seine Umgebung sicher noch niemals anschauen können. Seine Augen waren nicht mehr zu sehen, sein Mund war wie mit Honig verklebt und seine Nase ließ kaum einen Atemzug zu. Als wir ihn sahen, dachten wir, dass der kleine Kerl nur noch ein paar Stunden lebt“, erinnert sich Pia Sperber. Doch das „tapfere Schneiderlein“ erholte sich dank liebevoller Pflege: „Wir legten ihn auf eine Heizdecke. Er bekam beim Tierarzt mehrere Spritzen und wir einige Medikamente an die Hand. In den nächsten Tagen bekam er Dampfbäder, stündlich wurde ihm Futter und Wasser eingeflößt. Er tat uns so leid, es war manchmal schon eine Überwindung, ihm das alles zuzumuten. Das schlimmste waren die Augensalben. Stündlich mussten sie ihm in die Augen geschmiert werden. Das tat einem selber weh. Aber er war sehr tapfer. Es gab viele Tiefs – und dann wurde es wieder besser. ,Schneiderlein’ ist inzwischen über den Berg, auch dank einiger Augenoperationen. Doch seine Sehkraft beschränkt sich auf etwa 40 Zentimeter. Aber er hat überhaupt keine Probleme, sich damit zurechtzufinden. Er sollte nur immer in der Wohnung bleiben. Mit anderen Katzen kommt er klar, wenn sie mit seiner Grobmotorik klar kommen“, berichtet Pia Sperber von der langen Leidenszeit dieser ganz besonderen „Samtpfote“, die nun in ein liebevolles Zuhause vermittelt werden soll.

Zuwachs vor Weihnachten

Auch über die Feiertage ging und geht der normale Betrieb in der Auffangstation in Listerhammer weiter. Täglich wollen die Vierbeiner gefüttert werden, außerdem ist Gassi gehen und das Säubern der Katzenklos angesagt. Vor Weihnachten gab es noch einmal „Zuwachs“: Vier Welpen wurden laut Sperber von einer Kiersperin gebracht. „Auch die möchten wir gern abgeben, so wie die übrigen Hunde, von denen viele erst zwei Jahre alt sind. Sie müssten jetzt vermittelt werden, weil sie keine Erziehung genossen haben und das nun wirklich Zeit wird“, hofft die TSV-Vorsitzende auf Unterstützung durch Menschen, die ein Herz für ihre Schützlinge haben.

„Gerade bei den Hunden sind wir momentan ausgebucht. Aber auch verwilderte Katzen können wir zurzeit nicht aufnehmen, weil uns die Mittel fehlen“, erläutert Pia Sperber. Immerhin hat sie aber die Hoffnung, von einer vom Land Nordrhein-Westfalen angekündigten Förderung profitieren zu können. „40 Euro für die Kastration von Katzen und 20 Euro je Kater wurden in Aussicht gestellt. Deshalb werden wir jetzt schnell einen Förderantrag stellen“, kündigt Pia Sperber an.

Wer für den Tierschutzverein spenden möchte, kann Geld auf folgendes Konto einzahlen: 
Sparkasse Kierspe/Meinerzhagen 
IBAN: DE51458516650004501375
BIC: WELADED1KMZ

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