Ältere Hunde warten im Tierheim

Jack-Russell „Susi“ bekommt täglich Streicheleinheiten von Pia Sperber. Die Hündin ist 13 Jahre alt und übergewichtig. Fünf Kilo müssen noch „runter“. - Fotos: Beil

Meinerzhagen - Die Deutschen werden immer älter – und die Tierwelt scheint sich dieser Entwicklung anzupassen. Das jedenfalls bestätigt ein Besuch im Meinerzhagener Tierheim in Listerhammer 1. Pia Sperber ist Vorsitzende des örtlichen Tierschutzvereines (TSV) und sie hat im Moment fünf Hunde in ihrer Obhut. Vier davon sind „Senioren“.

Von Jürgen Beil

Die dem Welpenalter längst entwachsenen Vierbeiner heißen Susi (13 Jahre), Harry (10), Peggy (12) und Wacker (8). Besonders Susi hatte es schwer. Ihr Herrchen ist tot, die Jack-Russell-„Dame“ harrte vier Tage mit dem Verstorbenen in der Wohnung aus, bis Rettungskräfte auf die dramatische Lage in dem Haus aufmerksam wurden und den Hund schließlich zum TSV brachten. Susi soll nun in „liebe Hände“ vermittelt werden. Sie ist noch ein wenig übergewichtig. „Zu wenig Auslauf, zu viel Futter“, weiß Pia Sperber, die dem Terrier gleich eine Diät verordnete. „Aber fünf Kilo müssen noch runter“, erläutert Sperber.

Harry, ein Schäferhund „Deutsch-Langhaar“, teilt das Schicksal von Susi. Immerhin: Durch den Neubau des Hundehauses in Listerhammer haben er und seine „Mitbewohner“ jetzt großzügige Boxen und sogar eigene Auslaufzonen. Lieber wäre es Pia Sperber allerdings, wenn Harry und die anderen Hunde wieder Familienanschluss bekommen würden. Auch Harry hätte das verdient. Beim TSV weiß man zu berichten: „Er wurde beschlagnahmt und hat lange in einem Hinterhof gelebt – ohne ein Dach über dem Kopf.“

Peggy ist eine Retriever/Berner-Sennenhund-Mischlingshündin. Sie wurde aus familiären Gründen abgegeben. Der Deutsch-Kurzhaar-Jagdhund Wacker ist ebenfalls ein „Abgabetier“. „Er ist schon acht Jahre alt, aber agil wie ein Einjähriger. Der Nachteil: Wacker wurde nie erzogen“, erläutert Pia Sperber. Dass das aber auch im fortgeschrittenen Alter noch möglich ist, daran glaubt Pia Sperber fest.

Überhaupt hat sie durchweg gute Eindrücke von ihren Pflegehunden: „Die sind alle wirklich klasse und sehr zugänglich. Die würden sich jedem Menschen anschließen und bei ihm ein neues Leben beginnen. Hunde leben, anders als wir Menschen, im Hier und Jetzt und nicht mehr in der Vergangenheit. Weder Susi noch Harry, Peggy oder Wacker sind traumatisiert.“ Wer Kontakt mit dem Tierschutzverein aufnehmen möchte, kann das unter Tel. (0 23 54) 70 65 97 tun.

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