Sechs Tiere in Meinerzhagen aufgenommen

Ein Herz für verwahrloste Chinchillas

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Die Chinchillas aus dem Ruhrgebiet erholen sich zurzeit im Tierheim in Listerhammer.

Meinerzhagen - Sie kommen aus Gelsenkirchen und Mülheim, haben eine große Schnauze, ein hübsches Fell, vier Zehen und sie schlafen den ganzen Tag. Sechs Chinchillas leben jetzt in Meinerzhagen.

Die Tiere wurden aus dem Ruhrgebiet umgesiedelt, weil ihre früheren Besitzer sie verwahrlosen ließen.

Pia Sperber vom heimischen Tierschutzverein kennt die Geschichte ihrer neuen Schützlinge nicht genau, sie hat nur das in Erfahrung gebracht: „Etwa 500 Chinchillas wurden in den beiden Revierstädten beschlagnahmt. Der Deutsche Tierschutzbund schickte daraufhin Rundschreiben an die Tierschutzvereine im Land und bat diese um Hilfe bei der Aufnahme der Chinchillas. Wir haben reagiert und sechs von ihnen bei uns in Listerhammer aufgenommen.“

Die vierbeinigen Nager sollen jetzt möglichst vermittelt werden – was allerdings nicht ganz einfach sein dürfte. „Chinchillas sind nachtaktiv, sie stellen auch besondere Ansprüche. So benötigen sie sehr magere Kost, lieben Wärme und brauchen Gesellschaft. Außerdem muss in ihrem Quartier unbedingt Sand vorhanden sein. Den nutzen sie für ihre Fellpflege.“ Als Haustiere im klassischen Sinn, so Sperber weiter, eigneten sie sich nur bedingt. Kuscheln ist also eher nicht angesagt. „Chinchillas sind etwas zum Anschauen“, weiß Pia Sperber, die die Tiere auch noch nicht abgeben möchte. „Die benötigen jetzt erst einmal etwas Eingewöhnungszeit und einige ,Sandbäder’, bis das Fell wieder ansehnlicher geworden ist.“ Außerdem befürchtet Sperber, dass die Meinerzhagener Chinchillas – durchweg Weibchen – allesamt trächtig sind. Daher lautet ihre Devise momentan: „Abwarten“.

Entspannt hat sich die Situation im Tierheim, was die Katzen angeht. Von einst mehr als 40 „Hausgästen“ ist deren Zahl in den vergangenen Wochen durch Vermittlungen auf 26 gesunken. Pia Sperber führt das auch auf die kalte Jahreszeit zurück: „Im Herbst und Winter hat doch jeder gern ein Haustier. Das ist doch gemütlich.“

Die Pflege von herrenlosen Tieren kostet Geld. Deshalb freute sich Pia Sperber am Mittwoch auch über Besuch, den sie in dem Tierheim in Listerhammer von drei Gymnasiastinnen bekam, die in Begleitung ihrer Lehrerin Monika Brocksieper waren. Saliha Er, Emel Türkmen und Eileen Serebrjakov hatten eine Spende „im Gepäck“, die sie an Pia Sperber übergaben. 

420 Euro hatten die drei Schülerinnen auch durch ihren Waffelverkauf eingenommen, den sie am Elternsprechtag im Hit-Markt durchführten. Aufgestockt wurde diese Summe durch Einzelspenden, die in der Schule gesammelt wurden. „Daran beteiligt war maßgeblich die ganze Jahrgangsstufe 6. Besonders die 6a hat sich sehr hervorgetan“, freut sich auch Tierfreundin Monika Brocksieper über das Engagement ihrer Schüler. 

Und eine Lehrerin vom Bamberg hatte sich ebenfalls spendabel gezeigt: „Kirsten Wieder hat eine der Kuh-Figuren gekauft, die wir bei der Aktion ,Kuh und du’ aufgestellt hatten. Auch dieses Geld ist Bestandteil der heutigen Spende“, hieß es.

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