Katzen und Sommerferien – das passt nicht

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Huberta heißt die Mutter, „Mini Hu“ (Foto) haben die Mitarbeiterinnen ihren vier Monate alten Nachwuchs genannt. „Hu“ sucht ebenfalls ein neues Heim. Tierschutzverein

Meinerzhagen - „Allergien“ – diese lästige Autoimmunerkrankung macht Katzen immer häufiger zu schaffen. Mieze & Co. leiden dann allerdings nicht etwa selbst unter einer Triefnase oder juckendem Hautausschlag. Vielmehr sind es die Besitzer der kuscheligen Vierbeiner, die ihre Tiere wegen einer „Allergie“ abgeben.

Pia Sperber, Vorsitzende des heimischen Tierschutzvereines, hat einmal mehr festgestellt, dass Katzen-Halter sich vor und in den Sommerferien verstärkt von ihren Samtpfoten trennen, weil sie – nach eigenen Angaben – allergisch auf ihr Haustier reagieren. „Das ist in vielen Fällen sicherlich auch so, aber wohl nicht immer“, glaubt Sperber. Ändern kann sie an der Situation allerdings nichts, denn abgewiesen werden diese Hilfe suchenden Menschen nicht. Und so müssen sich die Tierschützer eben mit der Situation abfinden und versuchen, die abgegebenen Katzen zu vermitteln.

„Bis das der Tod euch scheidet“ – was sich Eheleute versprechen, gilt oft nicht im Verhältnis Mensch/Haustier. Pia Sperber kann das nur bestätigen. Und zwecks vorzeitiger Trennung greifen Katzen-Besitzer in Meinerzhagen häufig auch zu diesem Mittel: „Sie setzen ihre Tiere an Bauernhöfen aus“, berichtet Sperber. Kürzlich musste sie mit einigen Helferinnen ausrücken, um etwa 20 Katzen an einem einzigen Hof einzufangen. „Dabei ist es nicht der Landwirt, dem die Tiere gehören. Sie wurden einfach bei ihm ausgesetzt“, ärgert sich Sperber. 

Sie hat allen Grund, diese Praxis der „Haustier-Entsorgung“ scharf zu kritisieren. „Denn diese Katzen sind überwiegend nicht kastriert.“ Das bedeutet für den TSV: Der Verein bleibt auf den Kosten sitzen. „Die Kastration einer Katze kostet etwa 100 Euro, die eines Katers 60 bis 70 Euro“, berichtet Pia Sperber, die bald zu einem zweiten Hof ausrücken wird: „Dort haben wir dieselbe Situation. Das bedeutet für uns: Wir werden wieder Katzenfallen aufstellen, die Tiere einfangen und anschließend kastrieren lassen.“ Weil das wieder ein Loch in die Kasse des Tierschutzvereines reißt, sind Spenden willkommen. „Denn darüber finanzieren wir diese Maßnahmen“, erläutert Pia Sperber.

Überwiegend Katzen, einige davon in Freiheit geboren und recht wild, sind momentan in der Auffangstation des TSV in Listerhammer untergebracht. Doch es gibt auch andere Tiere, die dort Schutz und Futter bekommen. So wie 21 Meerschweinchen. Die hat der TSV freiwillig aufgenommen und damit ein Stück Nachbarschaftshilfe geleistet. Pia Sperber: „Der Tierschutzverein Olpe hat 61 ausgesetzte Tiere übernommen – 21 davon haben wir einquartiert.“ Auch diese „Exemplare“ können übrigens an interessierte Menschen abgegeben werden.

Komplettiert wird die Bewohner-Liste in Listerhammer durch die Hunde. „Zwei Terrier, ein Labrador-Mischling und ein Bretone“, zählt Pia Sperber auf und fügt hinzu: „Alle mit ausgeprägtem Jagdtrieb.“ Diese Tiere freuen sich, wenn Mitarbeiterinnen des Vereines mit ihnen spazieren gehen. In Sachen Helfer sind die TSV-er in Meinerzhagen auch recht gut aufgestellt. „Da haben wir einen größeren Kreis, der mithilft und die Hunde ausführt.“

Wer für den Tierschutzverein spenden möchte, kann das unter folgender IBAN tun: DE 51 4585 1665 0004 5013 75, Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen.

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