Hilferuf vom Tierschutzverein: "Die Auffangstation ist voll belegt"

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Wer einem Kätzchen ein neues Zuhause geben möchte, sollte sich das gut überlegen. Katzen gehören meist viele Jahre zur Familie.

Meinerzhagen - Hilferuf aus Listerhammer: „Unsere Tierauffangstation ist voll!“, meldet die Vorsitzende des heimischen Tierschutzvereines Pia Sperber. Jetzt hofft sie auf Hilfe aus der Bevölkerung.

Die zentrale Frage lautet in diesem Zusammenhang: „Wer kann einer Katze ein neues Zuhause bieten?“ Denn jedes Tier, das vermittelt werden kann, verschafft dem TSV mit seinem begrenzten Platzangebot in der Auffangstation Luft. Spontane Entscheidungen seien allerdings selten klug, warnt Sperber. „Man sollte unbedingt im Vorfeld überlegen, was es bedeutet, ein Tier zu adoptieren. Ein Tier ist keine Sache, sondern ein Familienmitglied, in welches man Zeit und auch Geld investieren muss. Je nachdem begleiten Katze oder Hund die neuen Besitzer viele Jahre lang.“ 

Die Auffangstation jedenfalls ist momentan voll belegt. Sperber: „Zurzeit beherbergen wir 24 erwachsene Katzen und 21 zum Teil verschnupfte Kitten. Somit sind leider alle Katzenzimmer und ein Großteil unserer Quarantäne besetzt. Ein einziger Käfig ist noch für Notfälle frei. Das bedeutet nun, dass wir keine Katzen, die abgegeben werden sollen, mehr aufnehmen können. Auch für Fundtiere ist der Platz jetzt knapp.“ 

Im Hundehaus sei die Situation noch dramatischer: „Hier wohnen neun Hunde, wobei zwei von ihnen bei uns das Gnadenbrot aufgrund ihres Alters beziehungsweise einer Krankheit bekommen. Untergebracht sind diese in nur vier Zwingern, ein Hund lebt im Aufenthaltsraum und einer in unserer Waschküche mit kleinem Auslauf“, schildert die Vorsitzende die Lage. Man bemühe sich trotzdem, allen Tieren gerecht zu werden. „Das ist sehr zeitintensiv. Und da gerade die kleinen Katzen sehr viel Aufmerksamkeit benötigen, müssen wir hier die Notbremse ziehen und können keine weiteren Tiere aufnehmen“, verkündet Pia Sperber.

Das Katzen-Problem ist dabei ein Altbekanntes: „Täglich bekommen wir Anrufe, dass Katzenbabys unterm Busch im Garten liegen, am Straßenrand neben ihren überfahrenen Geschwistern kauern oder ausgesetzt in einem Schuhkarton auf der Terrasse sitzen. Die Muttertiere sind zum großen Teil wilde Katzen. In einigen Dörfern gibt es wahnsinnig viele verwilderte Katzen, die – angeblich – niemandem gehören. Diese Katzen haben momentan Junge, die auch nicht an Menschen gewöhnt sind. Werden diese nicht kastriert, dann haben die weiblichen ,Babys’ nächstes Jahr auch wieder Junge. Und dann sind es vielleicht schon 20, zum Herbst sind es dann 40 und die Mütter bekommen ja auch noch wieder Babys. Katzen bekommen im Schnitt vier bis fünf Junge, oft dreimal im Jahr“, rechnet Pia Sperber vor. 

Und was tun mit den verwilderten Katzen? „Wir freuen uns immer, wenn sich nette Menschen um die ,Streuner’ kümmern. Laut Gesetz ist es so, dass derjenige der füttert, die volle Verantwortung übernimmt und zum Besitzer wird. Hier möchten wir helfen. Diese Katzen sollten alle kastriert werden, natürlich kostet das Geld. Wir unterstützen betroffene Bürger, indem wir eine Lebendfalle zur Verfügung stellen und die Kosten der Kastration bei unserem Tierarzt übernehmen. Unsere Jugendgruppe verkauft fleißig Waffeln, damit wir die Kastrationen finanzieren können“, bietet die TSV-Funktionärin an. 

Die Katzen selbst einfangen und zum Kastrieren bringen, das könne der heimische Tierschutzverein allerdings nicht leisten. „Wir kümmern uns alle ehrenamtlich um unsere Tierauffangstation. Und wir haben alle normale Jobs und kommen nach der Arbeit, um die Tiere in der Station zu versorgen. Hier fehlt es schlicht und einfach an Zeit. Aber wir helfen mit unseren Fallen und Auffangkörben und der Kostenübernahme bei unserem Tierarzt weiter“, verspricht die heimische Tierschützerin.

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