Alte und kranke Tiere leben oft auf Dauer im Heim

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Tippi ist jung und niedlich. Tiere wie sie sind leicht zu vermitteln. Die Katze ist bereits versprochen.

Meinerzhagen - Ferien – das bedeutet nicht für alle Menschen Zeit zum Durchatmen. Im Tierheim in Listerhammer jedenfalls war in den vergangenen Jahren im Sommer stets Vollbelegung angesagt. Das ist diesmal allerdings anders.

„Seit langer Zeit haben wir erstmals wieder freie Plätze“, freut sich die Vorsitzende des heimischen Tierschutzvereines Pia Sperber.

Außergewöhnlich viele Vierbeiner konnten in den vergangenen Wochen an neue Besitzer vermittelt werden. Besonders begehrt: Junge Tiere, wie Kätzchen Tippi. Das ist erst einige Monate alt und schon versprochen.

Auch wenn die Kapazität der Einrichtung in Listerhammer zurzeit nicht voll ausgeschöpft wird, sind die engagierten Frauen um die TSV-Vorsitzende nicht sorgenfrei. Besonders alte und kranke Tiere sind schwer zu vermitteln, sie bleiben oft Jahre – manchmal bis zu ihrem Tod – in Listerhammer.

Hier geht es ihnen nicht schlecht, sie bekommen Futter und tierärztliche Versorgung. Und dennoch: Familienanschluss wäre wünschenswert.

Tiere werden oft nicht nur im Ausland schlecht behandelt

Pia Sperber weiß, dass das in vielen Fällen ein frommer Wunsch bleiben wird. „Gerade ältere und nicht gesunde Tiere verursachen höhere Kosten. Deshalb werden sie auch nicht selten abgeschoben – und landen bei uns. Heutzutage werden mehr Tiere als früher gehalten, doch die Menschen haben häufig weniger Geld. Und viele Tiere werden einfach schlecht behandelt. Da regen sich Leute auf, dass es Hunden im Ausland schlecht geht – bei uns gibt es das aber auch", so Sperber.

Ein Beispiel hat sie auch: "Ein ausgebüxter Deutsch-Drahthaar zum Beispiel wurde von seinen Besitzern am Fundort abgeholt. Die Leute klemmten die Leine ins Fenster ihres Autos und schafften ihn so nach Hause. Das Resultat: Kaputte Pfoten, Prellungen und andere schlimme Verletzungen. Das Tier wurde diesen Menschen abgenommen, der Fall zur Anzeige gebracht.“

Hamster-Nachwuchs erwartet

Ob der 14 Jahre alte Berner-Sennenhund-Schäferhund-Mischling Chico-Bello, die gleichaltrige Pinscher-Dame Molli, oder der betagte Schäferhund Harry – sie alle verdienen laut Pia Sperber unabhängig von ihrem Alter ein Heim und Menschen, die sich um sie kümmern.

Neun Hunde sind es augenblicklich, die in Listerhammer versorgt werden. Hinzu kommen 32 Katzen und vier Hängebauchschweine. Und einige neue Bewohner sind schon angekündigt. Pia Sperber: „Wir erwarten Hamster. Da hat jemand ein trächtiges Tier gekauft, ohne es zu wissen. Und die Tierhandlung übernimmt jetzt keine Garantie...“

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