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Der Besuch beim Tierarzt wird teurer

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In Zeiten von Corona kommen auch zu Dr. Rainer Schulze Johann mehr Patienten.
Dr. Rainer Schulze-Johann bei der Behandlung in seiner Praxis: Die Gebührenordnung wird zum 1. Oktober angepasst. © Jürgen Beil

„Die Gehälter eines Tierarztes befinden sich auf dem Einkommensniveau von Mitte der 90er Jahre!“, sagt Tierarzt Dr. Rainer Schulze Johann, der seine Tierarztpraxis am Tarrenbrink betreibt. Er unterstützt daher den Beschluss von Bundestag und Bundesrat, die Gebührenordnung für Tierarztpraxen anzupassen. Ab dem 1. Oktober müssen Tierhalter bei dem Tierarztbesuch demnach tiefer in die Tasche greifen.

Meinerzhagen – Zu dem Entschluss, dass der Kostenapparat einer Tierarztpraxis im Missverhältnis zu dem Einkommen eines Tierarztes steht, kommt auch eine Studie der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung aus November 2021. Grund dafür seien die zu niedrigeren Gebühren, nach denen Tierärzte gemäß einer Gebührenordnung der Bundestierärztekammer zwingend abrechnen müssen. Ab Oktober ist Schluss damit.

Am 8. Juli hat der Bundesrat eine Anpassung der Gebührenordnung beschlossen. Die seit 1999 bestehende Gebührenverordnung wurde bisher nur zweimal angepasst. Zuletzt im Jahr 2017 pauschal um 12 Prozent. Die Anpassung sei längst überfällig betont Tierarzt Dr. Rainer Schulze Johann. „Die Gebührenverordnung ist über die Jahre in viel zu großen Intervallen immer nur pauschal erhöht worden. Das ist nicht zeitgemäß und sinnvoll gewesen“, so Schulze Johann weiter. Eine Impfung, die vorher 5,77 Euro gekostet hat, schlägt künftig mit 11,50 Euro zu Buche. Die Behandlungskosten einer Katze steigen von 9 Euro auf 23,60 Euro.

Situation für Tierhalter ist bitter

Tierarzt Johann Schulze bezeichnet die Situation für Tierhalter als bitter. Er hätte sich vom Gesetzgeber einen Automatismus gewünscht, um den Tierhaltern solch sprunghafte Erhöhung der Gebühren zu ersparen. Denn aufgrund der durch den Ukrainekrieg ausgelösten Inflation wird in Deutschland derzeit ohnehin alles teurer.

Und doch: Trotz der gestiegenen Gebühren spricht Tierarzt Schulze Johann von einem vernünftigen Schritt des Gesetzgebers, denn „die aktuelle Situation in den Praxen wird durch die Anpassung der Gebührenordnung deutlich besser widergespiegelt“, wie er sagt. In der Gebührenverordnung sei laut Schulze Johann auch endlich der technische Fortschritt der Tiermedizin berücksichtigt worden. Aus diesem Grund wurde die Gebührenverordnung zuletzt um 1600 Leistungen ergänzt.

Wer den erhöhten Tierarztkosten jetzt entgegenwirken möchte und über den Abschluss einer Tierkrankenversicherung nachdenkt, sollte sich genau informieren, warnt der Tierarzt Schulze Johann. „Man muss aufs Kleingedruckte achten.“ Seiner Meinung nach seien Tier-Krankenversicherungen nur bedingt empfehlenswert.

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